Rundballen, Mülltonnen und Scheune angesteckt

Bewährung für Brandstifter: Amtsgericht verurteilt zwei Männer

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Strohballenbrand unter ICE-Brücke in Morschen: Mehrere Feuerwehren waren mit 26 Einsatzkräften vor Ort, um den Brand zu löschen. 

Morschen/Bergheim. Wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung in sieben Fällen hat das Amtsgericht Fritzlar zwei Heranwachsende zu einer Jugendstrafe von jeweils einem Jahr und acht Monaten verurteilt.

Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr und zehn Monate beantragt, die beiden Verteidiger ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung.

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Kassel hatten die Beschuldigten von Oktober 2015 bis März 2016 im Raum Morschen Rundballen und Mülltonnen in Brand gesetzt und bei Bergheim eine Scheune angesteckt.

Im Februar hatten sie unter der ICE-Brücke bei Morschen 120 Strohballen angezündet. In der Feldgemarkung Bergheim wurde eine Scheune angesteckt. Stroh, Getreide und Holz wurden vernichtet. Der Sachschaden betrug rund 70 000 Euro, hieß es während der Verhandlung.

Nach der Festnahme der beiden Beschuldigten war am 5. März Haftbefehl erlassen worden. Der war im September vom Oberlandesgericht Frankfurt aufgehoben worden, weil keine Wiederholungsgefahr bestehe. Der 19-Jährige ist vorbelastet: Wegen Fahrens ohne Führerschein musste er bereits 20 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten.

Nach den Worten der Richterin haben die beiden aus Langeweile gezündelt. In sieben Fällen habe der bisher unbelastete 20-Jährige gestanden, die Brände gelegt zu haben. Viermal sei der 19-Jährige dabei gewesen.

Vor dem Amtsgericht haben beide die Taten bereut, wie die Richterin sagte. Wenn er das alles rückgängig machen könne, würde er es sofort tun, erklärte der 19-Jährige. Er lebt inzwischen wieder bei seinen Eltern und hat nach Angaben der Richterin Arbeit gefunden.

Von der Langeweile war auch in einem Gutachten die Rede. Der 20-Jährige hatte, wie es hieß, Beziehungsprobleme „und keine Tagesstruktur”. Er wollte gern Kraftfahrer werden. Das scheiterte an der nicht bestanden Prüfung. Inzwischen hat er bei einer Gemeinde ein Praktikum gemacht, aber noch keine Arbeit.

Quelle: HNA

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