Handel mit Drogen: Bewährungsstrafe für jungen Mann

Schwalm-Eder. Ihn lockte das schnelle Geld: Aus diesem Grund ließ sich ein heute 22-Jähriger aus dem Schwalm-Eder-Kreis im Jahr 2010 dazu hinreißen, mit beträchtlichen Mengen Drogen zu handeln. Nach knapp drei Monaten jedoch flogen die Geschäfte auf und endeten jetzt vor dem Amtsgericht Fritzlar.

Zum Tatzeitpunkt galt der Täter noch als heranwachsend, daher wurde er nach Jugendstrafrecht verurteilt: Er erhielt eine zweijährige Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung. Zudem muss er 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Er selbst habe nur gelegentlich Drogen genommen, „höchstens mal am Wochenende einen Joint geraucht“, sagte der junge Mann vor Gericht. Nicht der Eigenkonsum, sondern der durch den Verkauf erhoffte Profit habe ihn zu der Straftat veranlasst. Das Geld habe er dringend benötigt, um sich selbst wie auch seine Familie über Wasser zu halten.

So handelte er von Oktober bis Dezember 2010 mit Drogen: Ihm wurden neun Transaktionen mit einer Handelsmenge von sieben Kilogramm Marihuana zur Last gelegt. Die Idee sei von einem Bekannten aus der Nachbarschaft gekommen. So sei er „in die Sache hineingeschlittert“. Auf Kommission erhielt er von einem Lieferanten pro Übergabe zwischen 500 und 1000 Gramm Marihuana zum Ankaufswert von 5200 Euro pro Kilogramm. Die Ware verkaufte er weiter – mit einem Gewinn von 300 Euro pro Kilogramm.

Erschreckend sei die Größenordnung der Geschäfte, die eine besondere Schwere der Schuld bedinge und eigentlich eine Bewährungsstrafe nicht mehr rechtfertige, betonte die Richterin. Zu Gunsten des Angeklagten berücksichtigte sie aber das umfassende Geständnis, seine glaubhaft vorgetragene Reue sowie die schwierige familiäre und auch finanzielle Situation.

Zudem sei er nicht einschlägig vorbestraft. Die von der Jugendgerichtshilfe prognostizierte günstige Sozialprognose gab letztendlich den Ausschlag.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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