Markus Pollok (FWG) will als Bürgermeister auf die Nähe zu den Ottrauern setzen

Bewerber mit Fernsicht

Gern in seinem Garten: Von seinem Grundstück aus hat Markus Pollok nicht nur das Wetter im Blick, sondern auch die Ottrauer Ortsteile. Foto: Grede

Weißenborn. Markus Polloks Weg über Zieglerskuppe hat sich gelohnt: „Ich habe ihn über den Berg zwischen Hausen und Weißenborn geholt“, scherzt seine Frau Kerstin. Das war vor 23 Jahren. Jetzt wirft der gebürtige Hausener von Weißenborn aus als Bürgermeisterkandidat der FWG seinen Hut in den Ring.

In seinem großen, gepflegten Garten in der Ortsrandlage Weißenborns fühlt sich Markus Pollok mittendrin in der Großgemeinde Ottrau. Die Höhenlage liefert den Polloks nicht nur eine schnelle Wetterprognose – „wir können voraussagen, dass es in einer halben Stunde in Weißenborn regnen wird“. Das Grundstück gibt auch den Blick auf fast alle der sechs Ottrauer Ortsteile frei. Und genau so möchte der 44-Jährige die Großgemeinde sehen: „Als Ganzes.“ Als Weißenborner empfindet er das Ortsteildenken als inzwischen nicht mehr so ausgeprägt, das Zusammenleben spiegele sich auf vielen kulturellen Ebenen wider. Das Zusammengehen müsse aus den Menschen wachsen, ist Pollok überzeugt. Das sei auch die Basis der Interkommunalen Zusammenarbeit mit Neukirchen, Oberaula und Ottrau. Ein wichtiger Schritt, sagt Pollok, bei der sich allerdings jeder der Partner seine Identität bewahren müsse, denn „ein großes Neukirchen wird nicht funktionieren.“ Angesichts der demografischen Veränderungen müsse man nach neuen Wegen suchen. Zum Beispiel dürfte angesichts vieler leerstehender Häuser auch Abriss kein Tabu sein. Für die Menschen bedeute dies, dass sie enger zusammenrücken müssten. Für Schulen könnte das heißen, angesichts sinkender Schülerzahlen Partnerschaften zu bilden. Insgesamt setzt Pollok auf das Positive. Zum Beispiel habe Schorbach einen Zuzug von 22 Personen zu verzeichnen, lobt der Weißenborner, darunter sieben Kinder. Der Ottrauer Kindergarten müsste flexibler werden, empfiehlt er, und sich veränderten Ansprüchen anpassen und sich zu einer Ganztagesstätte erweitern. Als Bürgermeister möchte er Dienstleister der Gemeinde sein, intensiv in der Verwaltung mitarbeiten, „nicht nur repräsentieren“. Dabei setzt der Weißenborner zum einen auf seine langjährigen Erfahrungen als Erster Beigeordneter der Gemeinde, zum anderen auch auf seine berufliche Qualifikation als Verwaltungsbeamter bei der Bundeswehr.

Wichtig ist ihm die Nähe zu den Menschen. Die Kommunikation untereinander verschwindet, meint er. „Treffpunkte fehlen, dass muss nicht sein.“ Schließlich gebe es in allen Ortsteilen Dorfgemeinschaftshäuser, dort könnte es entsprechende Angebote geben.

Die Ottrauer will er auch in die finanziellen Planungen der Kommune mit einbinden. „Bürgerhaushalt“ lautet hier sein Stichwort. „Denn Geld kann man schließlich nur einmal ausgeben.“ Damit das zur Zufriedenheit aller Ottrauer geschieht, will er für das kommende Jahr den ersten Bürgerhaushalt der Gemeinde anstreben.

Insbesondere bei den freiwilligen Leistungen der Kommune könnten die Vorstellungen der Einwohner mit eingebunden werden. Das sollte über Ortsbeiräte, Vereine, durch besondere Bürgerversammlungen und Informationsplattformen im Internet geschehen.

Auch im Privatem setzt Pollok auf die Dynamik. Der 44-Jährige spielt Volleyball, dann und wann steigt er auch mal aufs Fahrrad. Den Ablauf der Jahreszeiten beobachtet er nicht nur als passionierter Hobbygärtner, sondern auch bei Joggingrunden durch die Gemarkungen der Ottrauer Ortsteile.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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