Bienenfreundin Leontine Schwarz lernt bei Richard Trutti die Kunst der Imkerei

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Begutachten die Völker: Weil die Bienen mittlerweile genug Nektar eintragen, nehmen Hobby- Imker Richard Trutti und Nachwuchsimkerin Leontine Schwarz das restliche Winterfutter aus den Bienenstöcken und sehen sich dabei gleich noch mal die Völker an. 

Wolfhager Land. In Reih und Glied stehen acht Holzkisten auf einer Lichtung im Wolfhager Stadtwald. In jeder wohnt ein ganzen Volk - ein Bienenvolk. Hier lernt Leontine Schwarz aus Weningenhasungen die Imkerei, vom Wolfhager Hobby-Imker Richard Trutti. Ihm gehören die Bienenvölker.

"Ich habe schon lange mit der Imkerei geliebäugelt. Doch allein hätte ich mich nicht rangetraut", sagt die 55-jährige Hausfrau. Im vergangenen Jahr hörte sie von einem Angebot des Imkervereins 1865 Wolfhagen: Der stellt Nachwuchsimkern ein Jahr lang einen erfahrenen Bienenzüchter zur Seite.

Und so erfüllte sich Leontine Schwarz ihren langgehegten Wunsch und startete Mitte März mit der Imkerei, mit Richard Trutti als Mentor.

Der erste Weg führte die beiden in den Imkereifachmarkt nach Marsberg, wo sich die verheiratete Mutter zweier Kinder ihre Grundausstattung zusammenstellte - Anzug, Hut mit Schleier, Handschuhe, Stockmeißel und Handbesen.

Seitdem treffen sich beide etwa einmal in der Woche bei den Bienenstöcken im Wald und erledigen alle anfallenen Arbeiten. Als Bienenstock bezeichnet man die (beim Imker künstliche) Nisthöhle der Bienen mitsamt den darin lebenden Honigbienen. Die Behausung allein wird Beute genannt. Zunächst zeigt Trutti an einem Stock, was zu tun ist und erklärt dabei die einzelnen Arbeitsschritte. Anschließend schaut er der Nachwuchs-Imkerin über die Schultern, während sie sich um ihre Übungsbeute kümmert.

Begonnen haben sie mit dem mittlerweile abgeschlossenen Auswintern. „Da haben wir geguckt, ob die Völker noch leben, ob sie Brut angesetzt haben und genug Futter da ist“, erklärt Schwarz. Zudem haben sie die Beuten saubergemacht.

In dieser Woche haben beide die Reste des Winterfutters aus den Beuten genommen. „Das brauchen die Bienen jetzt nicht mehr. Sie tragen mittlerweile mehr Nahrung in die Waben ein, als sie selbst verbrauchen“, sagt Trutti. Der Zucker aus Nektar dient dabei als Energiespender, die Pollen als Eiweißlieferant.

Leontine Schwarz ist von der Imkerei so begeistert, dass sie sich bereits zwei eigene Völker bei Bienenzüchter Jürgen Heiderich in Elbenberg gekauft hat. Der Preis hängt laut Trutti von der Größe eines Bienenvolkes ab. „Bei uns liegt er so bei 60 bis 120 Euro.“

Die Beuten hat die Tierfreundin, die auch Hunde, Katzen und Hasen ihr Eigen nennt, in ihrem Garten aufgestellt. Der stand bisher bei ihren Hobbys an erster Stelle. „Doch jetzt ist er auf Platz zwei gerutscht“, sagt Trutti und lacht. (mex)

Quelle: HNA

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