Abgemagerte Schäferhündin: Familie wollte Hund abgeben

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Nur noch Haut und Knochen: So fanden die Tierschützer den Hund bei seiner Familie in Züschen.

Beuern/Züschen. Ein Tier in einem derart schlimmen Zustand wie die siebenjährige Schäferhündin Chila hatten die Tierschützer aus Beuern noch nie gesehen. Der Hund, der bei einer Familie in Züschen lebte, war völlig unterernährt und hatte fast das komplette Fell verloren.

Die Tierpflegerinnen Rosi Petsch und Nicole Reubert vom Tierheim Beuern waren gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Veterinäramts Homberg nach Züschen gefahren, um die sieben Jahre alte Schäferhündin abzuholen. Das Tier sollte in einem erbärmlichen Zustand sein. Die Familie hatte nach Aussage des Veterinäramtes bereits zuvor versucht, die Hündin ans Tierheim abzugeben, was zunächst an der Kostenfrage scheiterte.

Aktualisiert am
Mittwoch um 10 Uhr

Der Hund sei auch einem Tierarzt vorgestellt worden. Unklar, so ein Mitarbeiter des Veterinäramtes, sei, was die Ursache für die Mangelernährung trotz Futterangebotes sei. Den Tierpflegerinnen bot sich bei ihrer Ankunft ein Bild des Schreckens, heißt es im Bericht des Tierschutzverein „Ein Heim für Tiere“. Bis auf die Knochen abgemagert, blickte die Hündin sie leer und teilnahmslos an.

Spenden für Chila:

Ein Heim für Tiere, Kreissparkasse Schwalm-Eder, BLZ: 520 521 54,
Konto-Nr. 31 31 31 33, Verwendungszweck „Chila“

Zitternd und verängstigt stand der Hund vor ihnen. Nach Momenten der Fassungslosigkeit wurde Chila sofort tierärztlich versorgt und auf kürzestem Weg ins Tierheim nach Beuern gebracht. Dort seien die anderen Tierheimmitarbeiter in Tränen ausgebrochen, als sie das Häufchen Elend aus dem Transporter aussteigen sahen.

Chila werde nun liebevoll aufgepäppelt, und laut Tierarzt dürfe sie nur langsam wieder Nahrung zu sich nehmen und müsse weiterhin medizinisch betreut werden. Und um diese medizinische Betreuung zu gewährleisten, bittet der Verein um eine Spende und sucht für sie schnellstmöglich ein neues und gutes Zuhause. (bmn)

Hintergrund

Das Veterinäramt gehe allen, auch anonymen Hinweisen nach, sagt dessen Leiter Dr. Hans-Gerhard Heil. Die Hinweise sollten allerdings begründet sein. Ob es sich bei dem Gesetzesverstoß um eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat handelt, hängt von der Schwere und Dauer ab, wenn ein Mensch einem Tier Schmerzen. Schäden oder Leiden zufügt.

Außerdem kann das Veterinäramt ein Tierhaltungsverbot für alle oder auch nur für einzelne Tierarten aussprechen. Dieses Verbot gilt laut Heil bundesweit. Alle Veterinärämter werden darüber informiert. Die Verwahrlosung der Schäferhündin in Züschen sei ein Extremfall. Meist seien soziale menschliche Probleme die Ursache. Bei 90 Prozent der Fälle, in denen das Amt eingeschaltet werde, genüge es, den Tierhalter zu besuchen und mit ihm zu reden, um eine Lösung zu finden. (bmn)

Quelle: HNA

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