Fotograf Jörg Zank aus Homberg setzt auf Aufnahmen mit ungewöhnlichem Licht

Bilder aus der blauen Welt

Hat einen scharfen Blick für seine Heimatstadt: Fotograf Jörg Zank aus Homberg. Foto:  Brandau

Homberg. Gegen kurz vor halb sieben am Abend wird Jörg Zank in diesen Tagen oft unruhig. Denn kurze Zeit später beginnt die Blaue Stunde, jene Zeit, in der sich die Dämmerung übers Land legt, in der jenes ganz besondere Licht herrscht, das das Herz jedes Fotografens höher schlagen lässt.

Besonders das von Jörg Zank. Der 35-jährige Fotograf aus Homberg ist dann oft unterwegs, um Bilder seiner Heimatstadt zu machen. Zank aber, im richtigen Leben Computerfachmann, knipst nicht einfach drauf los. Er hat viel Geduld. Nicht selten wartet er lange auf den Moment, in dem das Licht am schönsten, die Stimmung am interessantesten ist.

Der Homberger lässt sich nicht hetzen bei dem, was er als eine „großartige Entspannung“ beschreibt – dem Fotografieren. Er lichtet Homberger Wahrzeichen ab, aber auch Blumen, Blüten, Schmetterlinge. „Ich mache gerne kleine Dinge ganz groß“, sagt er. Und er verändert gerne seinen Blick, auch im Nachhinein am Computer.

So experimentiert er bei der Fotobearbeitung, legt mehrere Bilder übereinander oder setzt Lichter in Schattenbereiche: „Ich hinterlasse so meine Handschrift auf den Bildern“, sagt der 35-Jährige.

Die Fotografie hat Jörg Zank mit Leib und Seele gepackt. Was erst vor vier Jahren als reines Hobby und netter Zeitvertreib begann, hat heute einen zentralen Stellenwert. Mittlerweile hat er etliche Wettbewerbe gewonnen, hat mit seinen blauen Bildern den zweiten Platz bei der „Blende 2009“ der HNA belegt.

Die Fotografie sagt er, habe bereits vieles verändert, vor allem seinen Blick auf die Welt. Mit der Kamera sehe er Landschaften, Gebäude, aber auch Pflanzen ganz neu, ganz anders. Er kann mit ihr Unsichtbares sichtbar machen und auch Marodes ins rechte Licht rücken. Und sie hat auch das Tempo verändert: Jörg Zank lässt sich beim Fotografieren nicht hetzen.

Keine Schnappschüsse

Schnappschüsse sind seine Sache nicht: „Es dauert lange, bis ich die richtige Perspektive und die richtige Kameraeinstellung gewählt habe“, sagt er. Die Suche nach dem Motiv, dessen Ablichten und das anschließende Bearbeiten des Bildes am Computer – all das dauert. Manchmal, sagt er, gehe die Begeisterung geradezu mit ihm durch, so wie in jenem Moment im Frühjahr, als sich eine Gewitterfront Homberg näherte und dräuende Wolken über der Stadtkirche drängten und er sich nicht satt sehen und fotografieren kann an der wuchtigen Wirkung der Kirche und des Wetters.

Wer noch mehr von den Bildern sehen will, die er mit seiner Nikon D 70 aufnimmt, kann das im Internet tun. Postkarten mit seinen Homberger Motiven gibt es in der Buchhandlung Spektrum am Homberger Marktplatz. Jörg Zanks Bilder im Internet: gallery.jz-net.de

Quelle: HNA

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