„Erde, Holz, Farbe": Neue Ausstellung des Kulturring Morschen

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Die Künstler: von links der Maler Jürgen Kessler, der Keramiker Heiko Schulze und der Holzbildhauer Michael Hemkentokrax vor den großflächigen Bildern Jürgen Kesslers – das kleine Bild zeigt eine Skulptur von Heiko Schulze.

Morschen. Der Kulturring Morschen zeigt seit dem Wochenende seine Ausstellung „Erde, Holz, Farbe".

Zur Eröffnung der Kulturring-Ausstellung „Erde, Holz, Farbe“ im Kloster Haydau waren die drei beteiligten Künstler anwesend: der Keramiker Heiko Schulz aus Kassel, Repräsentant des Elements Erde, der Tischlermeister Michael Hemkentokrax aus Bielefeld, zuständig für den Bereich Holz und der Maler und Restaurator Jürgen Kessler aus Kassel, der durch seine großformatigen Gemälde Farbe in den Raum brachte.

Erde 

Wie zum Spalier aufgestellt begrüßen Heiko Schulzes Keramikbüsten, menschenähnliche Wesen eines einzigen Typus, aber mit starken Charaktereigenschaften, den neugierigen Besucher. „Wie Mönche in den alten Gemäuern des Klosters“, sagte Andreas Gründel vom Organisationsteam des Kulturrings Morschen bei der Eröffnung.

Ohren, Augen, Nasen 

„Die Menschen sind ja im Prinzip alle gleich“, erklärt Schulze seine Figuren, „deshalb habe ich nur einen Typus gewählt, allerdings unterscheiden sie sich in Nuancen, und die habe ich herausgearbeitet“. Es sind eigentlich drei Sinnesorgane, die Schulze durch Überbetonung sichtbar gemacht hat: große Ohren, weit geöffnete Augen und markante Nasen.

Holz 

Die Möbelskulpturen von Michael Hemkentokrax erscheinen in strenger Schlichtheit, wirken wie das Mobiliar einer spartanischen Zeit. Seine Skulpturen sind Gebrauchsgegenstände, schmale Schränke mit sehr eigenwilligen Türen und einfache originelle Sitzbänke. Der gelernte Tischlermeister arbeitet ohne Auftraggeber, jedes Stück ist ein Unikat, praktisch und schön anzuschauen.

Farbe

Die großformatigen Gemälde Jürgen Kesslers hängen kontrapunktisch zu den strengen Keramik- und Holzwerken. Große, bunte, vielschichtige Bilder brechen die Strenge der beiden ersten Elemente auf. Vier Bilder hat Kessler für die Ausstellung angefertigt. Mit verschiedenen Techniken, großflächig, Übermaltechnik und unterschiedlichen Materialien - Kreide, Acryl, Edding-Stiften - schafft Kessler auf Sperrholzplatten Bilder von beeindruckender Prägnanz. Zeichnungen in den Bildern lassen den Betrachter rätseln. Aber die Titel der Bilder „Nullsummenspiel“, „Mein, dein, sein“, „Die Versuchung“ und „Das Paradies“ haben den Menschen, vor allem dessen Eigenschaften zum Thema.

• Öffnungszeiten: noch bis zum 20. September täglich außer montags von 12 bis 19 Uhr im Westflügel vom Kloster Haydau.

Von Gert Hirchenhain

Quelle: HNA

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