Vernissage im Museum der Schwalm: Karl Sümmerer und Thomas Klose stellen aus

Bilder mit Gesprächsstoff

Nähe zur Natur: Der Fotograf Thomas Klose aus Frankfurt zeigt zusammen mit dem Maler Karl Sümmerer noch bis Ende Juli seine Werke im Museum der Schwalm in Ziegenhain. Fotos: Rose

Ziegenhain. Die Zeit der Aristokratie ist in der Kunst seit der Entdeckung des Realismus vorbei: Der gesellschaftliche Wandel sorgte dafür, dass auch Bürger und Bauern zu ihrem Recht kamen. Schuftende, ausgelaugte und verbrauchte Menschen, verfallene Höfe – diese Wirklichkeit erzählt die Kunst. „Und das ist gut so“, sagte Dr. Friedhelm Häring. Der Kulturamtsleiter der Stadt Gießen hielt am Donnerstag die Laudatio für den Maler Karl Sümmerer und den Fotografen Thomas Klose: Beide Künstler zeigen ihre Werke in der traditionellen Ausstellung zur Ziegenhainer Salatkirmes im Museum der Schwalm.

Zur Eröffnung platzte die zweite Etage aus allen Nähten: Die Stühle reichten nicht aus. Darüber freute sich nicht nur Karl-Heinz Vestweber bei seiner Begrüßung, die große Zuschauerschar schien auch Häring zu inspirieren. Frei und sehr lebhaft zeichnete er gekonnt Porträts der beiden Künstler und ihre Arbeiten nach. Schon der Schriftsteller Emile Zola habe gesagt, dass Kunst Wirklichkeit und Wahrheit zeigen müsse – „das Gesamte des Lebens“. Von diesen Ursprüngen nährten sich Kloses Fotografien. Dabei sei die Wirklichkeit oft überhöht: „Es lässt sich aber das Malerische erkennen“, erklärte Häring.

Der Architekt und Fotograf schaffe Spiegelbrücken zum Jenseitigen. Beide Künstler gingen Dialoge mit ihren Objekten ein. Sümmerer – klar beeinflusst von Ubbelohde, Thielmann und Bantzer – beschäftige sich mit dem Verfall. Die starke Aussage werde über ein vitales Bild transportiert. „Man spürt seine Stimmung“, verdeutlichte Häring. „Seine Bilder sind Gesprächspartner für lange Zeit.“

Plädoyer für Realismus

Das flammende Plädoyer für den Realismus schloss der Experte mit der Erkenntnis: „Die Kunst blüht – die der Malerei und auch die der Fotografie. Je echter und wahrhaftiger sie ist, umso größer ist die Brücke zur wirklichen Welt.“ Dass Kunst auch hörbar ist, bewies der Instrumentalkreis Ziegenhain.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Kommentare