Gemäldestreit: Alsfelder Parlament lehnt Vergleich mit Kunsthändler Wollmann ab

Bilder ohne Rückfahrschein

Jürgen Wollmann

Treysa/Alsfeld. Der Zank zwischen der Stadt Alsfeld und dem Treysaer Kunsthändler Jürgen Wollmann ist noch immer nicht zu Ende. In ihrer Sitzung am Mittwochabend entschieden die Alsfelder Stadtverordneten einstimmig, einem Vergleich nicht zuzustimmen, sondern das Urteil des Landgerichts Marburg abzuwarten.

Seit drei Jahren versucht die Stadt Alsfeld dem Treysaer Kunsthändler Bilder zurückzugeben, die Alsfelds Ex-Bürgermeister Herbert Diestelmann ohne vorherige Rücksprache mit dem Magistrat dem Schwalmstädter Geschäftsmann abgekauft hatte. Die Zivilkammer des Landgerichts hatte den Kontrahenten einen Vergleich vorgeschlagen (wir berichteten).

Demnach wären die Kunstgegenstände im Eigentum der Stadt verblieben, Kunsthändler Wollmann hätte im Gegenzug allerdings der Stadt seinem Gewinn aus dem Bilderverkauf überlassen müssen. Dass sich daran nun auch der urteilende Richter orientiert, darauf hofft Kunsthändler Jürgen Wollmann. Seine Einnahmen sollten mit Gewinn und Verlust aufgerechnet werden, äußerte er gestern im Gespräch mit der HNA.

Die Stadt Alsfeld will laut Bürgermeister Ralf Becker nun einen Schritt weiter gehen und Gutachter beauftragen, die den tatsächlichen Wert der Gemälde feststellen sollen. Bestreben der Stadt ist es, in diesem Zusammenhang nun auch die ursprünglichen Eigentümer der Gemälde in den Zeugenstand zu holen

Gezahlt wurden für die Kunstgegenstände insgesamt 170 000 Euro. Dabei handelt es sich um Gemälde der Maler Johann Heinrich Hasselhorst, Richard Hölscher und Fritz Döring und eine Abendmahlskanne.

Bezahlt wurden die Kunstgegenstände aus einem Erbschaftskonto der Stadt Alsfeld.

Ein Urteil erwarten Jürgen Wollmann und die Stadt Alsfeld in einer Gerichtsverhandlung in Marburg am 17. Januar.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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