Bilderschwatz im Feuerwehrhaus über Theodor Mattheis

+
Fünf für die Kunst: (von links) Ingrid Grein, Kati Werkmeister, Reinhold Corell, Ulli Becker-Dippel und Paul Dippel.

Willingshausen. Die Willingshäuser Feuerwehr war Pate beim zweiten „Bilderschwatz - Talk mit Kunst“ am Freitagabend in Willingshausen.

Rund 40 Kunstinteressierte aus der Schwalm trafen sich im Willingshäuser Feuerwehrhaus, um gemeinsam über das Bild „Der Brandstifter“ aus dem Jahr 1887 von Theodor Matthei (1857 - 1920) zu plaudern.

In lockerer, familiärer Atmosphäre entwickelte sich zwischen Schläuchen und Einsatzkleidung unter der Moderation von Paul Dippel eine lebhafte Kunstdiskussion. Eingeleitet wurde sie durch kurze Vorträge. Wissenswertes zum Thema Brandstiftung und Brandbekämpfung trug Reinhold Corell von der Feuerwehr Willingshausen vor.

Ob kriminelle Handlung, Pyromanie, Kinderspielbrand oder Unachtsamkeit, Brandstiftung gäbe es, solange es Feuer gäbe, begann er seine Ausführungen. Von Beginn an sei der Mensch bemüht, das Feuer unter Kontrolle zu halten, fuhr er mit seinem Einblick in die Geschichte der Feuerwehr, ausgehend vom alten Ägypten bis in die heutige Zeit fort. Eine historische Einordnung zum Werk bot Ulli Becker-Dippel, neben Ingrid Grein eine der Initiatorinnen der Veranstaltungsreihe. Kati Werkmeister, Leiterin der Kunsthalle, richtete den Blick aus kunsthistorischer Sicht auf das Ölgemälde mit Schwälmer Motiv.

Matthei habe sich nicht dauerhaft in Willingshausen aufgehalten. Das im Besitz der Museumslandschaft Hessen Kassel stehende Bild sei später anhand von Skizzen entstanden. „Es gibt in dem Bild viel zu entdecken“, sagte Werkmeister. Sie wies auf die Details in der Darstellung hin und verglich das Gemälde mit einer Replik. Der Maler stelle verschiedene Momente dar: Frauen, die ihre Habseligkeiten rasch zusammengepackt hätten, Leute, die schon um die Brandbekämpfung bemüht seien, und die Ergreifung des mutmaßlichen Brandstifters.

Bei diesem handele es sich offensichtlich um keinen Schwälmer, bemerkten die Gäste und griffen Interpretationen und die Frage nach der Inszenierung des Bildes für ein städtisches Publikum auf. (zsr)

Quelle: HNA

Kommentare