Nach Dorfjubiläum Binsförth

Wirbel um Ausstellung"Vorsicht Rechtsextremismus"

Binsförth. Für einigen Wirbel hat die Ausstellung "Vorsicht Rechtsextremismus" des kreiseigenen Projektes "Gewalt geht nicht" offenbar in Binsförth gesorgt, noch bevor sie überhaupt gezeigt worden ist:

Vor rund eineinhalb Jahren war Binsförth in die Schlagzeilen geraten, weil es in der Freiwilligen Feuerwehr mehrere Mitglieder gegeben hat, die der rechtsradikalen Szene angehört oder dieser nahe gestanden haben sollen.

"Ich bin der Meinung, dass man nicht aufhören darf, die Vergangenheit aufzuarbeiten", sagte Ortsvorsteherin Doris Küllmer. Damit sei aber keineswegs nur die jüngere Vergangenheit gemeint.

Küllmer hatte nach eigenen Angaben nach Absprache mit Morschens Bürgermeister Herbert Wohlgemuth geplant, die Ausstellung während der Feierlichkeiten zum 750-jährigen Bestehen des Dorfes Ende Mai zu zeigen.

Offenbar waren aber nicht alle im Ort mit diesem Termin einverstanden. Deshalb hatte die Ortsvorsteherin für Montagabend zu einer Versammlung eingeladen, bei der auch Stephan Bürger zu Gast war, der die Ausstellung für den Schwalm-Eder-Kreis koordiniert.

Würdiger Rahmen

Mehrheitlich habe man sich bei der Versammlung geeinigt, die Ausstellung an einem Termin nach der 750-Jahr-Feier zu zeigen, teilte die Ortsvorsteherin am Dienstag mit.

Der Tenor in der Versammlung sei laut Küllmer in Bezug auf die Ausstellung eindeutig positiv gewesen. Jan Moog, stellvertretender Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, sagte: "Wir haben nach einem würdigen Rahmen für die Ausstellung gesucht."

Die Ausstellung solle sowohl als Zeichen nach außen, als auch nach innen gezeigt werden. Es gehe nicht darum, dass Binsförth sich nicht mit dem jüngsten Teil der Dorfgeschichte auseinandersetzen wolle, teilte die Ortsvorsteherin mit. Es solle nur zu einem anderem Zeitpunkt als dem zunächst vorgesehenen sein.

"Ich bin mit der Entscheidung zufrieden", sagte Küllmer. Sie könne die Argumente der Bedenkenträger nachvollziehen. Ein Argument sei gewesen, dass die Binsförther selbst keine Möglichkeit haben, sich die Ausstellung während des Jubiläums anzusehen, da sie während der Feierlichkeiten anderweitig eingebunden seien.

Auch die räumliche Situation spielte eine Rolle. So war vorgesehen, die Ausstellung im Jugendraum im Keller zu zeigen. Man war am Montag zu dem Schluss gekommen, dass dieser Raum der Ausstellung nicht gerecht wird. Der Ortsbeirat ist nun von der Versammlung gebeten worden, mit der Kirche Kontakt aufzunehmen und zu prüfen, ob eine gemeinsame Veranstaltung organisiert werden kann.

Der Koordinator der Ausstellung, Stephan Bürger, sagte: "Ich als Vertreter des Kreises freue mich, dass die Binsförther sich mit der Ausstellung auseinandersetzen wollen. Wir haben zugesagt, die Ausstellung inhaltlich zu begleiten." (kam)

Quelle: HNA

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