Bio-Eier lösen in Moischeid Schweinezucht ab

Christoph und Friedhelm Möller im Zentrum ihres neuen Stalls: Auf so genannten Volieren haben die Tiere Platz zum Fressen, Trinken und Ei ablegen.

Nach sechsmonatiger Bauzeit nehmen Christoph (31) und Friedhelm (61) Möller ihren Bio-Legehennenstall zwischen Moischeid, Gilserberg und Schönau in Betrieb. Obwohl die 12 000 Hühner erst am Freitag eingestallt werden, war das Interesse bei einem Tag der offenen Tür groß: Lange Autoschlangen säumten sich an der angrenzenden Kreisstraße und in den Feldwegen.

Die Moischeider unterstützten Möllers tatkräftig: Die Landfrauen hatten Kuchen gebacken, die Feuerwehr bot Bratwürstchen und Getränke an, und der Motorradclub überraschte Christoph Möller mit einem besonderen Clou: Einem weißen Kunststoffhuhn in Ponygröße.

„Ich habe eine Tierhaltung gesucht, die Zukunftsperspektive hat“, sagt Juniorchef und Agrar-Bachelor Christoph Möller, der den landwirtschaftlichen Betrieb mit seinem Vater in einer GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) führt. So habe er sich entschieden, den Betrieb auf Bio umzustellen und Legehennen zu halten. Hierfür haben Möllers die konventionelle Schweinehaltung auslaufen lassen und sich im vergangenen Jahr dem Naturland Landesverband Hessen angeschlossen.

„Die Bio-Legehennenhaltung ist ein wachsender Markt in paralleler Entwicklung des Ökomarktes“, so Martin Trieschmann, Berater des hessischen Naturlandverbandes. Dabei sei vor allem die Verbindung von regional und öko bei Verbrauchern gefragt.

So werden im Betrieb Möller statt neun sechs Tiere pro Quadratmeter gehalten. Zusätzlich steht den Tieren ein Wintergarten zur Verfügung, von dem aus die Hennen direkt in das umliegende rund fünf Hektar große Freigehege gelangen, wo jedes Tier zudem vier Quadratmeter Auslauffläche hat - so groß wie achteinhalb Fußballfelder. Damit habe jede Henne rund doppelt so viel Platz wie in einem konventionellen Stall. Und, so Trieschmann: „Pro Bio-Ei bleibt damit ein Din-A-4 großes Blatt Ackerfläche frei von Chemie.“ Das Besondere an dem Stall sind die kurzen Wege nach draußen: Nach neun Metern ist jedes Huhn im Grünen. Die Hälfte der Außenwände des Stalls sind offen, sodass die Tiere nach Belieben aus dem eingestreuten Scharraum ins Freie gehen können. Im Außengehege fehlen zurzeit noch Schutzhütten, in die die Tiere bei Gefahr etwa vor Habichten fliehen können.

Die 12 000 Hühner sind in vier Gruppen mit je 3000 Tieren eingeteilt. Im Zentrum des Stalls steht eine Voliere nach modernster Technik, auf der die Hennen Platz haben zum Fressen, Trinken und Ei ablegen - und nicht zuletzt zum Ausruhen ganz oben auf der metallenen Hühnerstange. Über automatische Sammelbänder gelangen die Eier direkt in den Verpackungsraum.

Von Kerstin Diehl

Mehr in unserer Printausgabe

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare