Umweltamt soll Belastung mit Geruch und Lärm prüfen – Sorge ums Prädikat Luftkurort

Die Biogasanlage ist in der Diskussion

Oberaula. Die geplante Ansiedlung der Biogasanlage zwischen Hausen und Oberaula beschäftigte das Oberaulaer Parlament in seiner jüngsten Sitzung erneut.

Die SPD-Fraktion wollte wissen, wie weit der Bauantrag sei und forderte ein Emissionsgutachten. Das Parlament beschloss den Bauantrag zu verfolgen, das staatliche Umweltamt soll dazu die Emissionen prüfen. Es gab zwölf Stimmen dafür, von der CDU-Fraktion enthielten sich sieben Gemeindevertreter.

Das Parlament hatte bereits im Juni den Weg für die Anlage frei gemacht. Die SPD will nun genau wissen, wie hoch die Belastung durch Geruch und Lärm wird und forderte die Gemeindevertreter auf, dies zu prüfen. Marianne Hühn (SPD) berichtete von leidvollen Erfahrungen in anderen Fällen: „Erst wird die Baugenehmigung erteilt und dann müssen die Investoren nachbessern.“ Das will Hühn vermeiden und vorsorgen. „Wir sind Luftkurort. Das müssen wir schützen,“ unterstrich sie ihre Forderungen.

Thorsten Steinbrecher (CDU) bezweifelte das zunächst. „Wenn die Baugenehmigung erteilt wird, werden doch die Gutachten geprüft“, sagte er. Warum brauche man dann noch zusätzliche Gutachten? Hühn konterte. Sie wollte genau wissen, wie hoch die Spitzenwerte sind. Oft würden die Normalwerte zeitweise stark überschritten werden. „Wir können Einfluss nehmen“, sagte sie.

Parlamentschef Karsten Schmidt (SPD) gab zu bedenken, dass der Investor in Ottrau auch nach dem Bau der Anlage nachbessern musste. Dieter Groß berichtete, dass bislang noch kein Bauantrag vorliege. Bürgermeister Wagner will keinen Streit. Er sagte: „Es gibt Grenzwerte, die müssen eingehalten werden.“ Zu großem Lärm werde es nicht kommen, weil das zunächst geplante Holzpelletswerk nicht gebaut werde. Der Investor plane lediglich ein Blockheizkraftwerk. Nach dem jetzigen Stand werden die Unterlagen im November dem Kreisbauamt zugehen.

Die Biogasanlage soll zwischen Hausen und Oberaula entstehen. Sie soll das Waldschwimmbad in Oberaula die Grundschule am Katzbach und die Mehrzweckhalle mit Fernwärme versorgen. (zty)

Quelle: HNA

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