Biogasanlage Unshausen: Zweifel an Verkehrskonzept

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Sie sprießen überall aus dem Boden: Biogasanlagen wie hier in Besse. In Wabern-Unshausen streiten immer noch Anlieger mit den Betreibern um Belastungen durch Anlage und Lieferverkehr.

Unshausen. Der Streit um die Biogasanlage, die drei Landwirte in den Schwalmwiesen unterhalb des Waberner Ortsteils Unshausen zurzeit bauen geht weiter.

Mit einem Offenen Brief wenden sich Anlieger der Bach-, Schwalm- und Efzestraße, deren Häuser in der Nähe der Biogasanlage stehen, an den Waberner Gemeindevorstand. Sie bezweifeln darin vor allem die Umsetzbarkeit des Verkehrskonzeptes, das eine Grundlage für die Genehmigung der Anlage war.

"Unserer Kenntnis nach soll die Biomasse nur zu zehn Prozent durch das Dorf transportiert werden, 90 Prozent sollen über Feldwege gebracht werden", sagte Carsten Clobes, Sprecher der Initiative, im Gespräch mit der HNA. Das könne aber nicht funktionieren. Schließlich seien die Wege von der Bundesstraße 254 bis zum Standort der Biogasanlage viel zu schmal.

Die Anlagengegner rechnen vor, dass für die Belieferung der Anlage mit Frischmais und den Abtransport der Trockenmasse etwa 1600 Fahrzeugladungen erforderlich sind. Aus Richtung Wabern sollen diese Transporte von der B 254 über den Sandweg und die Baumbachbrücke bis zur Anlage geführt werden, von Hebel aus vor der Ortslage Unshausen über einen Feldweg.

Bei der Dichte des Verkehrs besonders bei der Anlieferung des Frischmaises werde es zum Begegnungsverkehr kommen, sind die Anlieger überzeugt. Das könne auf den drei Meter breiten Wegen nicht funktionieren.

Sie fragen deshalb den Gemeindevorstand, - ob Baumaßnahmen vorgesehen sind wegen des Begegnungsverkehrs, - wie eventuelle Kosten finanziert werden sollen, - wer die Unterhaltskosten für die Zuwegung zur Anlage trägt, - ob es eine Stellungnahme des Straßenverkehrsamtes gibt zum Problem eines möglichen Rückstaus auf der B 254 durch Abbiegeverkehr, - ob es vielleicht doch zu vermehrtem Verkehr durch das Dorf kommen werde.

Die Anlieger hoffen auf eine schnelle Antwort auf ihre Fragen, da die Maisernte bereits im September beginnen werde. (ula)

Quelle: HNA

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