Jens Schmitt, Sohn des Künstlers, legt Biografie vor

Biografie als Kunstbildband: Das Leben des Matti Värttö

Fritzlar. Für Friedrich Matti Schmidt – genannt Fritz – muss es schwer gewesen sein in den 1960er-Jahren. Aus Finnland, wo er die hellen Sommernächte und die weite Landschaft liebte, kam er nach Fritzlar.

Dem Jungen, Sohn eines deutschen Vaters und einer finnischen Mutter, kam Deutschland eng vor, und das ist keineswegs nur landschaftlich gemeint. Zu diesem Zeitpunkt war nicht zu ahnen, dass jener Fritz Schmidt später die Domstadt mitprägen würde.

Unter dem finnischen Namen seines Großvaters Matti Värttö arbeitete er als Künstler. Sein letztes großes Werk, ein Relief in der Fritzlarer Stadthalle, hat Värttö nicht beenden können. Er starb 2011. Seine Lebensgefährtin Kirsti Brehme übernahm diese Aufgabe.

Das Leben des Matti Värttö, vor allem aber seine künstlerische Biografie, lässt sich jetzt anhand eines opulenten Bildbandes nachvollziehen. „Matti Värtöö – Sein Leben für die Kunst“, ist das Buch betitelt, das Värttös Sohn Jens Schmitt im eigenen Verlag auf den Markt gebracht hat. Als absehbar war, dass sein Vater nicht mehr lange leben würde, habe er beschlossen, das Buch anzugehen, sagte Schmitt im Gespräch mit der HNA. Er arbeitet in der Druckvorstufe einer Druckerei in Hannover und hat Erfahrung mit Kunstbüchern. Matti Värttö habe miterlebt, dass aus seinen Werken ein Buch wird.

Jens Schmitt hat gemeinsam mit seinen beiden Brüdern den künstlerischen Nachlass von Värttö geerbt. Sie hätten nicht gewollt, dass die Kunst irgendwo verstaubt. Mit dem Buch wolle er das Schaffen des Vaters einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen. Dazu soll auch der vergleichsweise günstige Preis für das in hoher Qualität gedruckte 180-Seiten-Buch beitragen. Es ist für 39 Euro auf der Internetseite von Schmitt versandkostenfrei erhältlich. Dort gibt es auch Drucke und Informationen.

Die Beziehung zwischen dem Künstler und seinem Sohn war nicht ganz einfach. „Ich habe einen Vater gehabt, der da war und doch nicht da war“, sagt Jens Schmitt. Matti Värttö sei zu 100 Prozent Künstler gewesen und für seine Kinder praktisch nicht greifbar. Seine Mutter habe das ausgeglichen.

Aussprache vor dem Tod

All das habe er jedoch in einer Aussprache mit seinem Vater geklärt, erinnert sich Schmitt, der das Thema auch im Buch aufgreift. Inzwischen hat der 38-Jährige selbst zwei Kinder und sagt über sich: „Ich bin ein sehr aktiver Vater.“ Und er ist ein aktiver Sohn, der seinem Vater Matti Värttö ein würdiges, künstlerisches Vermächtnis geschaffen hat.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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