Christen äußern sich zu den Vorwürfen gegen Limburger Kirchenoberhaupt

„Bischof nicht verurteilen“

Zierenberg/Naumburg/Dörnberg. Die Kritik an Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wegen der Kostenexplosion beim Bau des Limburger Bischofssitzes reißt nicht ab. 5,5 Millionen Euro waren einmal für ein „Diözesanes Zentrum St. Nikolaus“ geplant.

Jetzt ist klar, dass der stilvolle Neubau samt aller Sanierungsmaßnahmen von altem Bestand 31 Millionen Euro kosten soll. Der Bischof habe trotz mehrmaliger Aufforderung keine Haushalte für 2012 und 2013 vorgelegt. Wir fragten im Altkreis Wolfhagen nach, wie man hier die Affäre um den Bischof sieht.

Man dürfe ihn nicht vorverurteilen, sondern die Vorgänge zunächst sorgfältig prüfen, meint der katholische Pfarrer Marek Prus aus Zierenberg. Er glaubt, dass die Genehmigung des Projektes bereits vor Tebartz-van Elsts Zeit vorlag. Es ginge hier ja auch nicht nur um Privatgemächer, sondern um erhaltenswertes Kulturgut für alle Menschen und nicht nur die katholischen Gläubigen.

Der Limburger Bischof sei jemand, der eine klare Position beziehe und anecke. „Dadurch hat er sich bei manchen unbeliebt gemacht.“ Dies vermutet Prus als Ursache für die Hetze gegen den Limburger Bischof.

„Eine Erhöhung der Kosten von fünf auf 30 Millionen Euro ist schon heftig“, meint Elisabetha Rößler vom Pfarrgemeinderat Naumburg. Darüber herrsche in ihrem Umfeld schon Unverständnis. Grundsätzlich sei ja nichts dagegen einzuwenden, das alte Bausubstanz erhalten werde und der Bischof einen weiteren Raum benötige. Nur dürfe es nicht so aus dem Ruder laufen. Wo waren bei der Planung des Bauprojekes eigentlich die Gremien?, fragt Rößler.

Darüber wundert sich auch der evangelische Pfarrer Josef Natrup aus Dörnberg. „Der Bischof hat über die Summe sicher nicht allein entschieden“, meint er. Möglich, das sich der Bischof nicht glücklich verhalten habe, die Probleme seien wohl tiefgreifender. Als eigentliche Krise sieht Natrup den Vertrauensverlust zwischen den älteren Priestern und van Elst. Man dürfe in dieser Sache nicht moralisieren, sondern schauen was eigentlich dahinter steckt.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

Kommentare