Kabarett-Theater Die Distel: Bissiges aus dem Osten

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Kanzlerin Angie und ihr Gatte: So stellen sich die Kabarettisten Gert Kießling (links) und Edgar Harter einen Fernsehabend im Hause von Angela Merkel vor.

Gudensberg. Ganz schön bissig traten die drei Kabarettisten Caroline Lux, Gert Kießling und Edgar Harter mit dem Musiker Franz-Josef Grümmer am Samstagabend in Gudensberg auf.

Das Kabarett-Theater Die Distel aus Berlin ist seit der Wende regelmäßig in Gudensberg zu Gast und stand mit seinem neuen Programm „Mit den Dritten beißt man besser“ auf der Bühne des Bürgersaals.

Zwei vermeintliche Altstars des DDR-Fernsehens (dargestellt von den Kabarettisten Gert Kießling und Edgar Harter) wurden aus der Comedy-Klamottenkiste gekramt und für die Fernsehaufzeichnung ihres legendärsten Sketches bestellt.

Beinahe verzweifelt wartete die „billige und willige“ Regisseurin, Aufnahmeleiterin und zugleich Dauerpraktikantin Mandy (Caroline Lux) auf die beiden Altkomödianten, die nach ihrer verspäteten Ankunft zunächst erst einmal verbal aufeinander los gingen, um schließlich eine sprichwörtliche „olle Kamelle“ zu präsentieren, die das imaginäre Fernsehpublikum überhaupt nicht von den Stühlen riss.

Eine gewisse Vorbildung des Publikums in ostdeutscher Historie war bei dem Abend in Gudensberg nicht von Nachteil, um die Pointen einiger der Sketche zu verstehen, die sich mit der „guten alten Zeit“ jenseits der deutsch-deutschen Grenze auseinander setzten.

Eliten und Eurokrise

Die vier Darsteller beschäftigten sich aber auch mit aktuellen Themen und Brennpunkten, wie der Kinderbetreuung und der frühkindlichen Elitenbildung, dem drohenden Fachkräftemangel, der Eurokrise und der Piratenpartei.

Gespickt mit musikalischen Einlagen, bescherte die Berliner Truppe dem Publikum einen politisch anspruchsvollen und dabei vergnüglichen Abend. Witz und historische Wahr- und Unwahrheiten wechselten sich ab. Dafür gab es viel Applaus von den etwa 300 Zuschauern.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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