Bläsertag: Musiker strömten aus allen Teilen der Landeskirche nach Hephata

Schwalmstadt. „Aufpassen mit den Vorzeichen, ein Kreuz, kein b“, rief Kirchenmusikdirektor und Workshopleiter des Hephata-Bläsertages, Thomas Riegler, am Samstagmittag in die große Runde der Blechbläser. Das Posaunenwerk der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hatte wieder alle Posaunenchöre der Landeskirche am ersten Novembersamstag in die Aula der Hermann-Schuchard-Schule nach Treysa eingeladen.

Die Gelegenheit, in einem riesigen Orchester glänzenden Blechs zu musizieren, nahmen fast 140 Bläser aus den Posaunenchören der Landeskirche wahr, von Hofgeismar bis Bruchköbel, von Fulda bis Kassel, von Frankenberg bis Bad Hersfeld. Das berichtete der Landesposaunenwart für den Bereich Mitte, Ulrich Rebmann. Überall Trompeten, Posaunen, Waldhörner, Baritone und Tubas, so weit das Auge blicken konnte.

Thomas Riegler, in der Fränkischen Schweiz aufgewachsen, ist seit 2001 Kantor in Bad Neustadt an der Saale. Er hatte für alle Musiker Hefte mit den zu erarbeitenden Stücken dabei. Das Motto des Bläserkurses lautete „Komponistenportrait“.

Riegler legte vorwiegend Stücke vor, die aus seiner eigenen Feder stammten. Hier war Vom-Blatt-Spiel angesagt. Auf Stolperstellen wies Riegler gerne im Voraus hin - hier war ein Vorzeichen zu beachten, dort gab es ein Auflösungszeichen oder eine Staccatopassage. „Vorausschauend spielen“ lautete seine Devise.

So gerüstet fiel es den Musikern nicht schwer, ein Stück nach dem anderen anzuspielen, etwa den Marsch in g-Moll, den Choral „Bewahre uns Gott“ oder mit das Concerto „Ich freu mich in dem Herren“.

Riegler beließ es nicht beim bloßen - und richtigen - Abspielen der gedruckten Noten, er ging in die Tiefe des jeweiligen Stückes. Da galt es, eine Quintfallsequenz zielführend zu spielen, dort galt es, dem Geheimnis des Crescendos auf die Spur zu kommen. Immer wieder brachte er überraschende Assoziationen ein. „Spielen Sie so, als würde gerade die Sonne aufgehen“, forderte er die Teilnehmer auf. Oder: „Interpretieren Sie das, als seien Sie Elefanten.“

In den Pausen konnten die Musiker an den von Sonja Steinart (Geschäftsstelle Posaunenwerk) aufgebauten Verkaufsständen die Neuerscheinungen der Bläserliteratur durchstöbern oder mit Ventilölen den Instrumenten wieder zu strahlendem Klang verhelfen.

Am Nachmittag fand eine Chorvertreterversammlung mit Wahl des neuen Landesposaunenrates statt.

Als Abschluss des Bläsertages wurden die musikalischen Ergebnisse vom Bläsertagsorchester dann in der „Musik zum Wochenschluss“ in der Hephatakirche vorgestellt. (zdg)

Fotos vom Bläsertag

140 Musiker beim Hephata-Bläsertag

Quelle: HNA

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