Fachoberschüler diskutieren Rücktritt des Bundespräsidenten sehr kontrovers

Schüler zu Wulff-Rücktritt: Blamage für die Republik

Melsungen. Die Nachricht vom Rücktritt des Bundespräsidenten platzte am Freitag in eine Zusammenkunft an der Melsunger Radko-Stöckl-Schule:  Schüler der Fachoberschule (FOS) Wirtschaft und Verwaltung nahmen  gegenüber der HNA Stellung.

„Überfällig“ sei der Rücktritt gewesen, findet Christian Höpfner. Mit seinem langen Zögern und seiner Unaufrichtigkeit habe Wulff das Amt des Bundespräsidenten beschädigt. Christian kritisiert aber auch, die Medien hätten Wulff „gehetzt“.

Auch Julian Brandt und Serhat-Ender Dilber sind sich einig, dass Wulffs Demission überfällig war. Das Verhalten des Bundespräsidenten sei nach Serhat-Enders Einschätzung eine Blamage für die ganze Republik gewesen.

Er habe als oberster Repräsentant des Volkes das ganze Amt unglaubwürdig gemacht, meint auch Julian. Serhat-Ender geht noch weiter: Die Politik habe sich der Ellbogengesellschaft angepasst, kritisiert er. Volksvertreter stellten ihren persönlichen Vorteil vor das Gemeinwohl.

Ob der Vorschlag von Maike Bindemann da helfen kann? Sie meint, Politiker sollten ihre gesamten Finanzen transparent machen. Der Bundespräsident hätte früher zu seinen Fehlern stehen müssen. Der Rücktritt hätte nicht sein müssen und sei eher einer Medienhetze geschuldet, meint Maike. 

Philipp Ruppert dagegen bedauert den Rücktritt: Dem Land sei erneut ein guter Politiker verloren gegangen. Wulff hätte im Amt bleiben können, Fehler machten schließlich auch andere Menschen. Der Rücktritt sei ein Zeichen von Schwäche. Wulff hätte die Entwicklung durchstehen müssen.

Das sieht Jamey Martin ähnlich. Dass Wulff sein Amt zur Verfügung gestellt hat, zeige dessen Schwäche. Diese Reaktion sei zu extrem gewesen, meint die junge Frau, die ebenfalls den Medien eine Mitschuld an der Entwicklung gibt.

Diese hätten die Fehler „hochgeschaukelt“. Auch Luisa Pape meint, der Bundespräsident sei seitens der Medien zu sehr „in die Mangel genommen“ worden. Schließlich sei er auch Mensch, und Menschen dürfen man für ihre Fehler nicht zu sehr verurteilen.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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