Der Tränkenfestverein Breuna feierte sein 25-jähriges Jubiläum mit einem Kommers

Die blaue Jacke ist Kult

Klarer Auftrag: Den dörflichen Charakter bewahren, die Jugend einbeziehen, Feiern und Fahrten organisieren, Weihnachtsmarkt, Gruppen-Skireisen und Radtouren - dafür stehen die Mitglieder des Tränkenvereins seit 25 Jahren. Fotos: Gallacher

Breuna. „Zieh doch mal die Jacke aus!“ - das bekam Hartmut Wagner zu hören, als er in seiner Funktion als erster Vorsitzender des Tränkenfestvereins ans Rednerpult trat. Er lacht und zeigt auf das 25 Jahre alte Bild zu seiner Rechten: „Die ist Kult, seht ihr, die hatte ich damals auch an“

So locker, wie dieser Festkommers begann, ging es auch weiter - mit viel Lachen, Rückblicken und einer Bildshow zu den herausragenden Ereignissen im Vereinsleben des vergangenen Vierteljahrhunderts: Ob es Professor Colnago mit seiner offenen Werkstatt war, die Millenium-Silvesterfeier, das Country-Festival oder der „Plattdütsche Abend“ - die gelungenen Veranstaltungen reihen sich aneinander wie Perlen auf einer Kette. Für manche ist der Verein neue Wege gegangen wie mit dem zunächst unbekannten Kabarettisten Bernd Gieseking, auch immer wieder finanzielle Risiken eingegangen - aber es hat sich gelohnt: Breuna ohne Tränkenfestverein ist nicht vorstellbar.

Alle Jahre wieder, vier Woche nach der Breunaer Kirmes, zieht das Tränkenfest die Breunaer in den Dorfmittelpunkt. Was den Charme dieses Festes ausmacht? Man sollte meinen, dass die Feierlaune so kurz nach der Kirmes abgeebbt ist - aber weit gefehlt: Gerade der Gegensatz zur Kirmes ist es, der das Fest zu etwas Besonderem macht.

Zu Beginn 49 Mitglieder

Dass es dieses Fest seit 29 Jahren gibt, ist den Kirmesburschen aus dem Jahr 1984 zu verdanken. Zunächst organisierten sie das Fest mit Würstchen und Getränken zum „Tränkenpreis“ von einer D-Mark. Vier Jahre darauf gründeten sie den Verein „Breunaer Tränkenfest“, der gleich zu Beginn 49 Mitglieder hatte. Steckenpferd ist die Pflege des Sprachgutes, des Breunaer Platt. Einen Mittelpunkt für das Vereinsleben schufen die inzwischen 243 Mitglieder mit dem Umbau der alten Scheune von Karl Finis in den Jahren 1995 bis 1997: In über 1000 Arbeitsstunden Eigenleistung entstand ein perfekt ausgebautes Schmuckstück für Veranstaltungen und ein „Hingucker“ im Ortskern.

Das 25-jährige Vereinsjubiläum feierten die Breunaer an zwei Tagen standesgemäß mit Kultur zum Hören und Sehen: Das Open-Air-Konzert mit der Band „SISSI A“, das Spielraumtheater Kassel, die „Second Hands“, „Kapelle Immerdurst“ und die „Spitzbuben“ - sie alle ließen das Fest zu einem Ereignis werden, über das man in Breuna noch lange sprechen wird. (ga)

Quelle: HNA

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