Der Immobilienspezialist Stefan Pinhard (parteilos) will Bürgermeister werden

Blick von beiden Seiten

Mit Blick auf die alten Gefilde: Stefan Pinhard verbrachte seine Kindheit und Jugend in Treysa und möchte als Schwalmstädter zurückkehren. Das Foto entstand auf der Stadtmauer hinter der Totenkirche. Foto: Quehl

Schwalmstadt. Treysa war sein Revier als Kind und Jugendlicher, als Schüler, Sportler und schließlich Azubi. Schon in der Ausbildung bei der Stadtverwaltung sei dann seine „Begeisterung für alle Liegenschaftsangelegenheiten“ erwacht, berichtet Stefan Pinhard. Als Bürgermeister möchte Pinhard nun in die Stadt seiner Väter zurückkehren.

Denn die Pinhards finden sich seit dem 17. Jahrhundert in den Annalen der Gegend, erzählt der „Spezialist für Problem-Immobilien“, wie sich der heute Selbständige nach zahlreichen Aus- und Fortbildungen nennt. Den Schreibtisch vieler Bürgermeister kenne er bestens – von der gegenüberliegenden Seite. Kommunen seien häufig seine Klienten, ob für einen Stadt- oder einen Unternehmenschef, im Kern gehe es sehr oft um Grundstücksfragen.

Stefan Pinhard lebt mit seiner Familie in Frankfurt/M.. In welchem Stadtteil Schwalmstadts der Parteilose im Falle seines Wahlsieges ein Heim beziehen würde, das würde seine Frau Ilona entscheiden: „Dort, wo ihr ein Haus gefällt.“ Sohn Kai ist fünf Jahre alt.

Eine Stadt ist für Pinhard vergleichbar mit einem mittelständischen Unternehmen – mit dem Unterschied, dass mit ihren Grundstücken „kaum ein Blumentopf zu gewinnen“ sei. Gemeinschafts- und Rathäuser, Wege und Plätze, all‘ dies verursache viele Kosten. Die Chancen zu nutzen, sei selbst für Fachleute keine leichte Aufgabe, dabei hänge an den Immobilien alles, für Städte nicht anders als für Unternehmen. „Das Beste aus der Situation zu machen, ist mein Ziel.“

Junge in der Stadt halten

Die Schwierigkeiten im Wieragrund bezeichnet Pinhard als hausgemacht, doch es gebe Möglichkeiten, die Situation zu klären.

Den Bau der A 49, zweites Dauerbrennerthema, findet der parteilose Kandidat auch deshalb wichtig, um Pendlern Anbindung zu schaffen. Es müsse alles getan werden, um junge Schwalmstädter zu halten oder zurück zu holen, ihnen das Leben in Schwalmstadt zu ermöglichen, denn der Bevölkerungsschwund werde nicht zulänglich beachtet. Auch auf die Unternehmen müsse professioneller zugegangen werden, um Abwanderung zu verhindern und Anwerbung zu gestalten.

Wann entstand denn der Wunsch, Bürgermeister zu werden? „Den Gedanken hatte ich eigentlich schon immer“, sagt der 44-Jährige, der politisch nie aktiv war, abgesehen von einem kurzen Hineinschnuppern in die Junge Union als Jugendlicher. Doch sei er seit der Lehrzeit bewandert in der Hessischen Gemeindeordnung (HGO), Verwaltungs- und Organisationsaufgaben entsprächen der Privatwirtschaft. Durch seine Beratungstätigkeit kenne er das Metier von beiden Seiten.

Mitglied ist Pinhard seit 22 Jahren in der überparteilichen Europaunion. In seiner Freizeit fährt er gern Ski, segelt oder liest. Für den anstrengenden Endspurt im Wahlkampf hat er jüngst mit der Familie in Dahme an der Ostsee Kraft getankt.

www.stefan-pinhard.de

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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