Vernissage: Zeichnungen und Skulpturen sind in der Alten Pfarrei zu sehen

Stiller Blick: Berndt Johannsen mit einem seiner Bilder und einer Skulptur von Igor Kaschkurjewitsch, der auch ausstellt. Foto: Thiery

Bad Zwesten. Erfahrung statt Erkenntnis – Stille statt Krach: Das will der Maler Berndt Johannsen mit seinen Bleistiftzeichnungen beim Betrachter bewirken und hat daher eine Ausstellung mit dem Titel „Der stille Blick“ zusammengestellt, die am heutigen Freitag, 12. September, ab 20 Uhr in der Alten Pfarrei in Oberurff eröffnet wird.

Gemeinsam mit dem Bildhauer Igor Kaschkurjewitsch stellt er 24 Bleistiftzeichnungen und 15 Skulpturen – alles Köpfe aus Granit – aus. Johannsen lebte in der DDR, Kaschkurjewitsch wurde in Minsk, Weißrussland, geboren. Beide erlebten den Kommunismus und die Folgen für die Kunst.

Das verbinde, meint Johannsen. Er selbst war sechs Monate im Strafvollzug, weil er den Reservistendienst verweigerte und sich in seiner Kunst nicht mit der Partei identifizierte und eigene Wege ging. Daher sei er auch auf die Stille gekommen. „Wir mussten Möglichkeiten suchen, Kunst zu machen, auch gegen die Gesellschaft.“

Das sei in der DDR besonders schwierig gewesen, sagt er und erklärt weiter, was der stille Blick noch bedeutet. Der laute Blick führe nach außen - der stille nach innen, sagt er. Er sei mehr ein Anschauen, als ein Sehen. Ganz modern könne man es vielleicht Slow Art nennen. Kunst, die man leise und langsam genießen kann, und die in eine Art meditativen Zustand führe.

Seine Bilder öffneten das Ich, meint er. Beim Betrachten spiele der emotionale Anteil eine größere Rolle als die Interpretation. Die Skulpturen der Ausstellung stammen alle von seinem Kollegen und sind archaisch anmutende Köpfe. In vielen sei der Blick der Augen nicht zu sehen. Johannsen lebt seit 1994 in Frankenberg und ist dort freiberuflich als Maler und Bildhauer tätig. Kaschkurjewitschs Lebensmittelpunkt ist Berlin. Die Ausstellung ist von Freitag, 12. September, bis Sonntag, 28. September, an den Samstagen und Sonntagen zwischen 14 und 19 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. 0 66 93/16 19 geöffnet.

Bei der Vernissage am Freitag ab 20 Uhr sind beide Künstler anwesend. (zty)

Quelle: HNA

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