In Bad Emstal entsteht ein friedenspädagogischer Lehr- und Wanderpfad

Den Blick auf die Opfer lenken

Zur Versöhnung und gegen das Vergessen: Jürgen Damm (rechts) und Heinz Hermann Beller auf dem Merxhäuser Gräberfeld für Displaced Persons, einer Station des neuen friedenspädagogischen Lehrpfades. Foto: zih

Bad Emstal.  Jürgen Damm, stellvertretender Landesvorsitzender im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, machte sich mit Heinz Hermann Beller, Wanderwegemarkierer der Gemeinde Bad Emstal, auf den Weg, um die Route des friedenspädagogischen Lehr- und Wanderpfades für die Info-Tafeln festzugelegen.

„Es gibt noch viel zu tun, packen wir’s an“, sagt Damm. Elf Kilometer führt der Weg durch die Gemeinde, es ist auch eine Kurzversion über sechs Kilometer im Bereich des Ortsteils Merxhausen.

Die Initiative für den neuen Lehr- und Wanderpfad kam von Oberst a. D. Jürgen Damm. In enger Kooperation mit der politischen Gemeinde, dem Bürgerverein Bad Emstal, dem Kultur- und Geschichtsverein, der Vitos-Klinik, der Christine-Brückner-Schule, Deutschen Kriegsgräberfürsorge und interessierten Bad Emstalern entwickelte sich das ungewöhnliche Gemeinschaftsprojekt, mit dem Geschichte vor allem aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs historisch begehbar gemacht werden soll (wir berichteten). „Jede Station“, so Jürgen Damm, „steht unmittelbar im Zusammenhang mit dem dort Geschehenen und soll den Blick auf die Opfer des Krieges lenken.“

Der jetzt in Bad Emstal entstehende friedenspädagogische Lehrpfad, der überwiegend auf schon vorhandenen Wanderwegen verläuft, hat unter dem Leitmotiv „Für Versöhnung - gegen das Vergessen“ sechs Stationen von der Kriegsgräberstätte bei Sand über das Kriegslazarett im früheren Landeskrankenhaus Merxhausen bis hin zum Gräberfeld auf dem Merxhäuser Friedhof mit etwa 60 Ruhestätten für so genannte Displaced Persons. An diese Zivilpersonen, die infolge von Krieg, Verfolgung oder Rekrutierung zur Zwangsarbeit ihr Herkunftsland verlassen mussten und dorthin nicht mehr zurückkehren konnten. sollen nicht nur wie derzeit schlichte Holzkreuze erinnern, sondern im Zuge des Projekts soll eine Steinstele mit den Namen der dort begrabenen Menschen aufgestellt werden.

Die Gesamtkosten des Pfades schätzt Damm auf 10 000 Euro. Die Finanzierung läuft nach Angaben von Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer überwiegend durch Förderung aus dem europäischen Leaderprogramm und durch Spenden. (zih)

HINTERGRUND

Quelle: HNA

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