Französin berichtet über Integration in Deutschland

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Versonnen aber glücklich: Die Französin Catherine Berthelot fühlt sich heimisch in Melsungen.

Melsungen. Catherine Berthelot blieb der Liebe wegen. Die französische Sprachwissenschaftlerin ist seit fast 30 Jahren in Melsungen. „Eigentlich haben wir damals, Anfang der 80er-Jahre, nur einen Campingplatz in Obermelsungen gesucht. Aber dann kam Axel“, sagt die 52-jährige und lacht.

Am Abend saß man zusammen in einer Kneipe, jetzt hat das Paar zwei erwachsene Töchter (17 und 21).

„Ich hatte immer das Gefühl, in Deutschland willkommen zu sein. Das größte Problem für einen Menschen in der Fremde ist immer die Sprachbarriere“, ist sich Catherine Berthelot sicher. Insofern hatte sie Glück. „Ich war außerdem immer die niedliche Französin.“ Ihrer Meinung nach mache es durchaus einen Unterschied, aus welchem Land man stammt. Nicht immer werde man mit offenen Armen empfangen. Allerdings habe es in den 80er- und 90er-Jahren mehr Vorbehalte gegeben. „Europa hat uns alle näher zusammengebracht und die Menschen offener werden lassen“, sagt sie. Integration findet im Kopf statt. Die Bereitschaft beider Parteien müsse vorhanden sein. Wichtig sei außerdem, dass man sich auf sich selbst verlassen könne.

Catherine Berthelot unterrichtet seit zwei Jahren Französisch, Italienisch und Spanisch an der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen. Die Quereinsteigerin hat vor wenigen Monaten ihr Zweites Staatsexamen abgelegt.

Nicht nur das Empfangen werden spiele eine Rolle, sondern auch das Heimischfühlen, ergänzt sie. Auf die Frage, wie deutsch sie denn mittlerweile sei, antwortet sie: „Meine Flasche Bier kann ich mit allem öffnen. Mit einem Feuerzeug genauso wie mit einer Zahnbürste.“ Dann lacht sie.

Der Weltgebetstag wird am Freitag begangen. In diesem Jahr kommt die Gottesdienstordnung aus Frankreich. „Ich war fremd - ihr habt mich aufgenommen“ lautet das Thema. Wir haben uns dazu mit der Französin Catherine Berthelot unterhalten.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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