Wolfhager Firma setzt es ein

Blitzblank mit Trockeneis: Neues Verfahren zur Reinigung von Oberflächen

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Nachschub: Roswitha Magis-Ok füllt Trockeneis-Pellets in den Behälter, der die Strahlanlage mit Munition versorgt. Im Hintergrund Siegfried Fischer, der einen alten Lkw reinigt. 

Wolfhagen. Der Kompressor brüllt und Siegfried Fischer zielt auf die Hydraulik eines alten Lastwagens. Aus der Pistole verschießt er ein kaum sichtbares, aber extrem wirkungsvolles Reinigungsmittel auf die zu säubernden Flächen: Trockeneis.

Fischer arbeitet für Putzrosi. Die Wolfhager Reinigungsfirma gibt es seit gut 13 Jahren, ist spezialisiert auf Reinigungs- und Haushaltsdienste. Große Fassaden, an denen man sich in alpiner Klettersicherung abseilt, gehören ebenso dazu wie ganz normale Wohnungen. Gut 20 Leute beschäftigt Roswitha Magis-Ok, die jetzt eine neue Sparte an den Start bringt: die Strahlreinigung. Und da ist Trockeneis als Mittel noch recht jung.

Die 56-Jährige schwärmt von den Möglichkeiten, die das Material, minus 78,9 Grad Celsius kaltes und damit festes Kohlenstoffdioxid, bietet. Weil es vom festen Zustand gleich in den gasförmigen Zustand übergeht, bleiben keine Feuchtigkeit und Reinigungsmittelrückstände sondern nur das von der Oberfläche abgestrahlte Material übrig. Das lässt sich leicht aufnehmen und beseitigen.

Zum Entrosten von Metallflächen taugt das Trockeneisstrahlen nicht, seine Stärken liegen im Beseitigen von Farben, Ölen, Fetten, Trennmitteln, Ruß, Tinte, Klebstoff und sonstigen Schmutzstoffen. Und auch von Graffiti und Kaugummi.

Das Reinigen mit Trockeneis ist eine besonders saubere Sache. Und so sagt Magis-Ok: „Wir wollen ja künftig auch in die Lebensmittelbranche.“ Ob Küchen in der Gastronomie, Bäckereien, Getränkefabriken – Trockeneis reinigt die Oberflächen, ohne sie anzugreifen und dank seiner extremen Temperatur auch bakterienfrei. Deshalb lassen sich auch bestens Kuh- und Pferdeställe säubern.

Die zu reinigenden Flächen werden mit 1,5 oder drei Millimeter starken Eispellets beschossen. Druckluft beschleunigt die Partikel derart, dass die mit Schallgeschwindigkeit auftreffen. Die zu entfernende Schicht wird lokal extrem unterkühlt, dadurch spröde und beim Übergang der Eisgeschosse vom festen in den gasförmigen Zustand abgesprengt.

Die Firmenchefin ist von den Möglichkeiten begeistert, aber auch einen anderen Aspekt findet die Mutter zweier Töchter klasse: „Es ist eine absolut umweltfreundliche Reinigung.“ Aus einer Styropor-Kiste kippt Roswitha Magis-Ok Nachschub in den Pelletbehälter.

Das Kilo kostet zwischen 60 Cent und knapp zwei Euro, je nach Abnahmemenge. Putzrosi-Mitarbeiter Siegfried Fischer zielt mit ruhiger Hand auf die dunklen Ablagerungen, während der Kompressor weiter Krawall macht. Die zuvor ölverkrusteten Anbauteile der Lkw-Hydraulik blitzen bereits vom Schmutz befreit in der Sonne.

www.putzrosi.de

Quelle: HNA

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