Amt für Bodenmanagement stellt neuen Immobilienmarktbericht vor 

Schwalm-Eder. Boris hat einen kleinen Bruder bekommen, der Berti heißt. Doch es sind keine aufgeweckte Jungen, sondern Informationsssysteme, die vom Amt für Bodenmanagement in Homberg ins weltweite Netz gestellt wurden.

Darüber sprachen die Bodenmanager bei der Vorstellung ihres Immobilienmarktberichts 2010, ein 140 Seiten starkes Werk voller Zahlen und Daten.

Während Boris unter anderem Auskunft über Bodenrichtwerte und Grundstücksgrößen gibt, hilft Berti bei der „Berechnung von typenspezifischen Immobilienwerten“, so der sperrige Name für die eingängige Abkürzung. Die Informationsgeschwister sollen Haus- und Grundeigentümern helfen, den Wert ihrer Immobilie festzustellen.

Mit wenigen Daten wie Gemeinde, Bodenrichtwert, Immobilientyp, Baujahr, Wohn- und Grundstücksfläche spuckt Boris den Wert des Hauses aus. Der Immobilien-Rechner gebe allerdings nicht den Verkehrswert der Immobilie an, sondern diene nur der Werteinschätzung, erklärte Oliver Leitsch von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses. Er hat zusammen mit Roland Peter und Andreas Hammer den Immobilienmarktbericht 2010 für die Landkreise Schwalm-Eder, Werra-Meißner und Hersfeld-Rotenburg sowie die Städte Bad Hersfeld und Eschwege aus hunderten von Daten erstellt. „Der Markt hat sich belebt, die Verkäufe sich um elf Prozent gestiegen und auch die Preise haben angezogen“, fasste Roland Peter zusammen.

Erstmals in den Bericht aufgenommen sind Daten über die demografische Entwicklung, die bei der Berechnung des Wertes einer Immobilie berücksichtigt werden müssen. Wenig überraschend für die Bodenmanager: die Einwohnerzahl ist überall rückläufig, einzig der Beginn des Rückgangs sei verschieden. Den größten Bevölkerungsschwund im Landkreis verzeichnet Schwarzenborn. Das Knüllstädtchen verlor in 16 Jahren über ein Fünftel der Einwohner. Gudensberg dagegen verlor seit 2005 gerade mal 0,8 Prozent seiner Einwohner. Die Folgen sind verlassene Höfe und Häuser und sinkende Immobilienwerte. Auf Zuzug beispielsweise aus Ballungsgebieten sei nicht zu hoffen, sagte Peter.

In dem Bericht aufgenommen wurde auch eine Übersicht über die Mieten. Allerdings handele es sich nicht um einen Mietspiegel, betonte Peter. Vielmehr diene die Berechnung, in die unter anderem der Bodenrichtwert und die Ausstattung aufgenommen wurden, der Orientierung. Doch damit wollen sich die Bodenmanager nicht zufrieden geben. Mit Mika, dem Mietwertkalkulator, sollen Boris und Berti ein Geschwisterchen erhalten. Wann es soweit sein wird, sei noch nicht klar, sagte Leitsch.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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