Bodo Bach begeisterte Melsunger Publikum

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Freches Mundwerk: Bodo Bach trat am Sonntagabend in der Melsunger Stadthalle auf. Die Zuschauer waren begeistert und forderten Zugabe. 

Melsungen. Bodo Bach, wortstarker Komiker mit Offenbacher Charme und Sprache, konnte sich freuen, denn „de gutt Stubb“ von Melsungen war am Sonntagabend voll. Und wie sich schnell herausstellte, gehörten die Melsunger auch nicht zu den „Publikümmern, wo nicht gelacht wird“.

Allerdings ließ Bodo Bach dazu auch keine Chance, denn in einem Wortwirbel voller Gags und Pointen teilte er sich schonungslos und lebensweise seinen 300 Zuschauern mit: „Es geht um mich!“

Viel Autobiografisches prägte die Episoden, die die kleinen und großen Freuden und Peinlichkeiten des Lebens beschrieben. Sohn Rüdiger, der das Hotel Mama nicht verlassen will, und Gattin Gerda, die Bodos Körper- und Gesundheitszustand mit Heilfasten und Fitness-Übungen erhalten möchte, kriegen ihr Fett weg.

„Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass ich mit die Finger an die Füß komm’, hätt’ er sie mir an die Kniescheibe getackert!“ Bachs Aussagen haben Bodenhaftung, beruhen auf Lebenserfahrung und sind immer aufs Sympathischste erheiternd und erfrischend. Er erklärt, warum mehr Männer als Traumberuf Pornostar angeben als Frauenarzt: „Wir wollen den Porsche eben fahren und nicht reparieren.“

Er ärgert sich über Langschläfer Rüdiger, „für den ist der Vormittag wie der liebe Gott, er glaubt, dass es ihn gibt, aber gesehen hat er ihn noch nie!“ Er beschreibt eine namhafte Parfümeriekette als „Baumarkt für Frauen“ und Karl Lagerfeld als „halb Mensch halb Sonnenbrille mit Henkel am Kopf“.

Das Alter schwingt als leicht bedrohliche Hintergrunderscheinung immer mit. Er bringt den Unterschied auf den Punkt: „Wenn einem Vierzigjährigen das Bein wehtut, dann hat er es vorher benutzt. Mir tut’s weh, nur weil ich’s habe!“ Dennoch erlaubt er sich den versöhnlichen Schluss, dass Mann mit 50 Jahren und 53 Monaten sich durchaus in der kraftvollen Mitte des Lebens befindet - nach Heestersmaßstab!

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Von Karin Brandau

Quelle: HNA

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