Jessica Semmelroth kam bei der Messe in Borken zu ihrem Ausbildungsplatz

Von der Börse zum Beruf

Sie kam über die Ausbildungsbörse zum Job: Jessica Semmelroth bedruckt Feuerzeuge mit einer Siebdruckmaschine. Sie wird bei der Firma Hepla in Homberg zur Medientechnologin im Bereich Siebdruck ausgebildet. Foto: Thiery

Homberg. Jessica Semmelroths Job ist vielseitig: Die 19-Jährige bedruckt Feuerzeuge, Schlüsselanhänger und Eiskratzer mit den Logos vieler Firmen. Dabei stellt sie eine Siebdruckmaschine ein und bearbeitet Vorlagen wie Firmenlogos am Computer.

Viel Technik und filigrane Handarbeit bestimmen den Arbeitsalltag der Auszubildenden zur Medientechnologin. Ihre Lehrstelle bei der Firma Hepla in Homberg hat sie über die Ausbildungsbörse Schwalm-Eder gefunden.

Das Drucken als Beruf zu erlernen, war nicht ihre erste Wahl, doch die Branche ihr Ziel. Sie hatte sich mehrfach für die Ausbildung zur Mediengestalterin beworben, aber keine Zusage bekommen.

Der Besuch der Ausbildungsbörse Schwalm-Eder in Borken im vorigen Jahr brachte dann die Lösung. Dort lernte sie Diana Meier, Geschäftsführerin des Werbeartikelherstellers Hepla, kennen. Beide verstanden sich auf Anhieb.

Meier suchte aber keine Mediengestalterin und bot der damaligen Fachoberschülerin die Ausbildung zur Medientechnologin an. „Das ist ein guter Kompromiss, neben dem Drucken stehen auch Ausbildungsinhalte für Mediengestaltung auf dem Plan“, erklärte sie der jungen Frau.

Die überlegte nicht lang und schnupperte in der Firma am Berufsalltag. „Das hat mir sofort gefallen und ich sagte zu“, sagte die junge Frau. Ohne die Börse wäre sie nie auf die Idee gekommen, sich dafür zu bewerben.

Nur wer wisse, was es in der Region an Ausbildungsbetrieben gibt, könne punkten, sagt Diana Meier. Ihr Geschäft verkaufe die Produkte über den Großhandel und dazu meist überregional, daher wüssten viele nicht, was man dort alles lernen kann. Die Ausbildungsbörse sei daher für sie ein guter Weg, um junge Leute für eine Ausbildung zu interessieren. Auch dieses Jahr wird sie mit dabei sein. „Für unsere Unternehmensgröße ist es das beste, wenn wir selbst ausbilden“, sagte sie.

Sabine Baumunk von der Wirtschaftförderung im Landkreis Schwalm-Eder, die die Börse organisiert, spricht von einem Wandel. Da die Firmen wegen des Nachwuchsmangels Auszubildende suchen, nutzten immer mehr Aussteller die Möglichkeit, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Zudem biete die Messe eine lockerere Atmosphäre, die Hemmschwelle für die Jugendlichen werde schneller abgebaut. Umgekehrt bekomme der Betrieb schneller einen Eindruck von den Bewerbern.

Die Messe findet entgegen der Anfänge vor zehn Jahren nur noch einen Tag lang statt. Schulklassen werden nicht mehr eingeladen. Das sei nicht effektiv gewesen, meinte Baumunk. Gerade weil nun die Eltern ihre Kinder begleiten und unterstützen können, kämen gute Ergebnisse dabei heraus. weitere Artikel

Quelle: HNA

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