Studentin Liva Kalnena (21) aus Lettland absolviert ein Praktikum in Emstaler Zahnarztpraxis

Lettin macht Praktikum in Bad Emstal: Bohrer und Spritze fest im Griff

Bohrer und Spritze fest im Griff: Liva Kalnena aus Lettland absolviert ein siebenwöchiges Praktikum in der Emstaler Zahnarztpraxis von Dr. Gerd Busse und Vanessa Wedekind. Foto: zhf

Bad Emstal. Der Beruf der Zahnärztin ist für sie nicht nur solides Handwerk, sondern irgendwie auch eine Form von Kunst. „Kunst macht Menschen glücklich, schöne Zähne ebenso“, sagt Liva Kalnena, die deshalb schon sehr früh beschloss, irgendwann einmal Zahnärztin zu werden. .

„In der achten Klasse stand mein Entschluss fest, mittlerweile habe ich bereits drei Jahre Studium hinter mir.“ Die 21-jährige Lettin studiert an der Universität in Riga, nutzt die Semesterferien für ein Praktikum in der Emstaler Praxis von Dr. Gerd Busse und Vanessa Wedekind

„Ich habe fast keine Unterschiede festgestellt, im Großen und Ganzen arbeiten wir auf ähnlichem Niveau.“

Der Kontakt war über langjährige Patienten von Busse entstanden, die vor einigen Jahren nach Lettland ausgewandert sind, dennoch bis heute einmal im Jahr zur Behandlung in die Emstaler Praxis kommen. Das liegt aber wohl kaum daran, dass die zahnärztliche Versorgung in Lettland schlechter wäre als in Deutschland. „Ich habe fast keine Unterschiede festgestellt, im Großen und Ganzen arbeiten wir auf ähnlichem Niveau“, sagt Kalnena, die seit drei Wochen dem Emstaler Zahnarztteam zur Hand geht, längst Bohrer und Spritze fest im Griff hat: Spülungen am Zahnfleisch, Zahnstein entfernen, Medikamente verabreichen - wer es nicht weiß, könnte den Gast aus Lettland für ein erfahrenes Teammitglied halten. „Sie ist wirklich ein Gewinn, arbeitet selbstständig und ausgesprochen gut“, sagt Busse. Überaus schnell habe sie sich eingelebt, wisse mittlerweile besser, wo was liege, als er selbst.

Sie lebt eben ihren Traum, weshalb sie auch auf einen normalen Urlaub verzichtet hat. „Ich wollte auf jeden Fall ins Ausland, und das noch mit Arbeit zu verbinden, ist für mich einfach perfekt.“ Deutschland kam ihr da ganz gelegen, ein Land nämlich, für das sie sich schon seit längerem begeistert. „Ich war schon dreimal in Berlin und freue mich, das Land und seine Menschen nun nochmal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen.“ Erstmals sei sie ganz allein gekommen, hier zu arbeiten sei eine Premiere. Dass sie nicht nur am Behandlungsstuhl steht, darauf achtet Busse: „Ich möchte ihr auch ein paar schöne Fleckchen unserer Region zeigen, wir waren schon in Fritzlar und natürlich beim Weltkulturerbe in Kassel.“

Wunsch: eigene Praxis

Vier Wochen will sie noch bleiben, bevor es zurück in Riga auf die Zielgerade Richtung Traumberuf geht. Ihr großer Wunsch: eine eigene Praxis. Irgendwann. Doch vorher möchte sie möglichst viel Praxiserfahrung sammeln, gern für längere Zeit im Ausland arbeiten, in Amerika vielleicht. Doch wer weiß, möglicherweise verschlägt es sie auch wieder nach Bad Emstal.

Quelle: HNA

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