Bolívar Soloists verzauberten mit südamerikanischer Lebensfreude

Südamerikanisches Flair in der Zierenberger Stadtkirche: Efrain Oscher (links, Querflöte) und sein Ensemble begeisterten restlos. Foto: Deutschländer

Zierenberg. Lateinamerikanische Musik - für Friedemann Rahn ist das „fleischgewordene Lebensfreude“, die gut in eine Kirche passe. Der Zierenberger Pfarrer fordert das Publikum am Samstagabend deshalb auf, nicht wie in Nordhessen üblich „wie die Stockfische“ sitzen zu bleiben. Nein, vielmehr solle die lateinamerikanische Lebensfreude anstecken. Gesagt, getan.

Möglich machen das die Musiker der Bolívar Soloists. 2011 mit dem Echo Klassik ausgezeichnet, hüllen sie die nahezu voll besetzte Stadtkirche in südamerikanisches Flair, machen fremde Kulturen greifbar. Dem Ensemble um Efrain Oscher, 1974 geboren und schon jetzt einer der bedeutendsten Komponisten seiner Generation, gelingt das mit Werken von Miguel del Aguila, Gustavo Lanzón und allen voran Astor Piazzolla.

Die sieben Musiker begeistern. Mal ruhig, verträumt. Mal wiederum temperamentvoll, das Klischee über den Lateinamerikaner erfüllend. Schon während des Konzerts flüstern sich einzelne Besucher Worte wie „klasse“ oder „toll“ zu, der Applaus zur Pause scheint gar nicht enden zu wollen. In der Pause dann der Austausch. Wie hat es dem Sitznachbar gefallen? Getränke und Snacks werden gereicht, organisiert vom Kulturforum Zierenberg.

Und dann beginnt der zweite Teil. Vorab erwartungsvolle Gespräche, manche rechnen mit einem „Feuerwerk“. Das sollen sie bekommen. Insbesondere dann, wenn die Musiker auf dem Notenständer Werke von Astor Piazzolla aufgeschlagen haben. Sie spielen sich in einen Rausch, erklären in launigen Moderationen, was es zu hören gibt. Und sie ernten großen Applaus, geben eine Zugabe und beenden das Konzert.

Margit Schuhmann, Dramaturgin beim ausrichtenden Kultursommer Nordhessen, war schon vorab „stolz, dieses Ensemble begrüßen zu dürfen“. Zurecht, wie die darauffolgenden zwei Stunden beweisen. Dann bietet sich noch die Chance, Kirchturm und Wandmalereien zu besichtigen. Danach geht es an die laue Abendluft - ganz lateinamerikanisch eben.

Von Luca Deutschländer

Quelle: HNA

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