Nähe lindert Leidensdruck: Aktionstag der Selbsthilfegruppen

Schwalm-Eder. Selbsthilfe kann bei der Bewältigung von Krankheiten und Krisen eine zentrale Rolle spielen: Darüber sind sich die Mitarbeiter von der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (KISS) einig. Deshalb seien Messen wie der Aktionstag der Selbsthilfe von großer Bedeutung.

Der fand am Sonntag im Borkener Bürgerhaus das erste Mal in 13 Jahren statt und war am neuen Standort ein voller Erfolg.

„Wir können jetzt schon sagen, dass sich der Standortwechsel gelohnt hat“, resümierte Karl-Otto Cyriax vom Psychosozialen Zentrum Nord, in dessen Haus KISS untergebracht ist. Zusammen mit 35 Selbsthilfegruppen aus der Region unter der Leitung von Dieter Wickert aus Borken wurde der Informationsmarkt das erste Mal in der Bergmannsstadt organisiert.

Im Foyer und dem hellen Saal zeigten sich die Gruppen im freundlichen Messe-Ambiente. „Menschliche Begegnung ist wichtig“, sagte Madlen Honal-Link von KISS. Wer einen Leidensdruck habe, suche Beistand.

Engagement für andere

Nach dem ersten Schock etwa bei der Diagnose einer schweren Krankheit komme später die Zeit, in der man Nähe brauche. Am besten verstünden das die, denen es ähnlich gehe. Unterstützung finden, aber auch anderen Betroffenen helfen ist das zentrale Thema von Selbsthilfegruppen. Deshalb engagieren sich die Betroffenen auch gern für andere.

Heike Hohl hatte Leukämie. Ihre Zwillingsschwester spendete ihr Knochenmark. Seither hat sie die Krankheit gut im Griff. Ein solcher Glücksfall ist allerdings eher selten und die Kassiererin engagiert sich daher auch aus Dankbarkeit bei der Selbsthilfegruppe Leukämie und hilft anderen Menschen mit Rat und Tat bei der Bewältigung und beim Umgang mit der schweren Krankheit. Dabei gehe es nicht nur um die neuesten Therapien und medizinische Hilfe. Wichtig sei vielmehr die menschliche Zuwendung.

Die Zielgruppe der Messebesucher ist meist älter und nutzt die Börse für erste Informationen. „Die Austausch steht heute im Vordergrund. Die Leute sammeln Material und melden sich dann erst später wieder“, sagte Rosi Ditzel vom Freundeskreis Homberg. Und so gab es zunächst ein Pläuschchen hier und da. Anni Lang und Karin Naß von der Osteoporose Gruppe reichten den Besuchern Müslischnitten und Rosi Ditzel vom Freundeskreis Homberg servierte Säfte. Am Stand des Vereins „Unsere besonderen Kinder“ bastelte Silke Köster mit den Kindern.

Vorführungen auf der Bühne

Auf der Bühne gab es Vorführungen, die Gymnastikgruppe Osteoporose präsentierte sich und in den Sälen lauschte man den Vorträgen. „Wir hatten noch nie so viele Anmeldungen und noch nie so viel Referate“, sagte Karl-Otto Cyriax.

Das Psychosoziale Zentrum Nord ist Sitz der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen, die deren Arbeit unterstützt.

Quelle: HNA

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