In Borken entsteht Tagespflege-Einrichtung für alte Menschen

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Sie planen den Lebensraum: Marion Geisel und Walter Blum in den Räumen der neuen Einrichtung.

Borken. Mal eben etwas einkaufen, eine Erledigung machen, das kann schwierig werden, wenn man zuhause Vater, Mutter oder Großeltern pflegt. Für solche Fälle entsteht der „Lebensraum Borken“, eine Tagespflege-Einrichtung.

Mitte Januar soll alles in den Räumen im Bommerweg, wo früher ein Elektronikmarkt untergebracht war, bereit sein, erläuterte Eigentümer Walter Blum. Gemeinsam mit Ralf Geisel aus Frielendorf-Großropperhausen ist er für Lebensraum verantwortlich.

Um die 300.000 Euro investierten beide in die Einrichtung, die 30 Plätze bieten soll. Dort können alte Menschen stundenweise betreut werden, und das auch ganz spontan. Er hoffe auf eine 85-prozentige Auslastung, sagte Blum, dann bleibe immer noch Platz für kurzfristige Besucher.

Gemeinsames Kochen, Unterhaltung, Betreuung und Arbeit im Garten – all das soll möglich sein. Für Demenzkranke wird ein eigener Raum eingerichtet, der ihren Bedürfnissen entgegen kommt. Unter anderem spiele die Farbgebung eine Rolle, an der sie sich orientieren können. Auch einen Leseraum sowie Fernseher und Spielekonsolen werde es geben.

Für die Tagespflegeeinrichtung gibt es einen 45 000- Euro-Zuschuss von der Leader-Region Schwalm-Aue, in der die Gemeinden Wabern, Borken, Neuental, Schwalmstadt, Willingshausen und Schrecksbach zusammengeschlossen sind. Man stelle sich dem demografischen Wandel mit dieser Einrichtung, sagte Borkens Bürgermeister Bernd Heßler bei einem Rundgang über die Baustelle. Die Nachfrage nach einer solchen Einrichtung sei immens.

Ältere Menschen hätten, wenn sie tage- oder stundenweise in ein Altenheim gebracht würden, Angst, dass ihre Verwandten sie eines Tages dort lassen würden, erläuterte Blum. Diese Befürchtung bestehe in der neuen Einrichtung von vorneherein nicht.

Die Pflegeversicherung bezahle in der Regel auch die Tagespflege, je nach Einkommen müsse man einen Eigenanteil finanzieren. Diesen schätze er auf 20 Euro, sagte Blum. Im Lebensraum würden mindestens neun Arbeitsplätze entstehen.

Heßler, der Vorsitzender des Vereins Regionalentwicklung Schwalm-Aue ist, lobte die Arbeit der Leader-Region. Für die Zeit 2008 bis 2013 hat die Europäische Union für die Schwalm-Aue 1,2 Millionen Euro bereit gestellt. Mit Leader soll der ländliche Raum gefördert werden.

50 Projekte sind laut Verein bisher unterstützt worden. Insgesamt seien 3,5 Millionen Euro investiert worden. In 18 Fällen handelte es sich um Existenzgründungen oder um die Erweiterung bestehender Betriebe. Dazu kommen zehn Tourismusangebote. www.schwalm-aue.de

Quelle: HNA

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