Borken geht neue Wege beim Tourismus

Gute Aussichten: Das Borkener Seenland ist ein attraktives Urlaubs- und Ausflugsziel. Vom Wasserturm aus hat man einen weiten Blick über den Gombether und den Singliser See. Das Bild entstand während der Renovierung des Turms. Archivbild:  Zerhau

Borken. Die Stadt Borken vermarktet ihre Urlaubs- und Freizeitangebote künftig neu: Sie tritt zum 1. Januar dem Tourismusservice Rotkäppchenland bei. Bislang war Borken noch an die Touristische Arbeitsgemeinschaft (TAG) Erlebnisregion Edersee beteiligt, dort scheidet sie nun aus. Für Borken biete das Rotkäppchenland wesentlich mehr Möglichkeiten, sich zu identifizieren, sagt Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm: „Unsere Stadt war ja immer recht blass auf der touristischen Karte des Edersees."

Pritsch-Rehm hat keinen Zweifel, dass diese Entscheidung die richtige ist: die beiden Bergbaumuseen, die Badeseen, der neue Schwalmradweg - all das seien gute Freizeitmöglichkeiten, die künftig mehr Tagestouristen, Urlauber und Radfahrer anziehen sollen.

Und genau das soll die Zusammenarbeit mit dem Rotkäppchenland erreichen. Heidrun Englisch, Geschäftsführerin des Tourismus-Service Rotkäppchenlandes, freut sich darauf: „Borken ist eine wichtige Ergänzung unseres Angebots“, sagt sie. Zielgruppen seien Naturgenießer wie Wanderer und Radfahrer, unternehmenslustige Familien, Museumsbesucher und auch Kulturinteressierte.

Dem Rotkäppchenland gehören zahlreiche Städte und Gemeinden im Süden des Landkreises, aber auch Homberg und Frielendorf an. Die Gemeinde Neuental entscheidet in ihrer Parlamentssitzung am Montag, ob sie beitritt.

Der Borkener Wechsel ist unproblematisch, zum Jahresende läuft der Vertrag mit der Touristischen Arbeitsgemeinschaft Erlebnisregion Edersee ohnehin aus. Aber auch dort wird sich 2017 viel ändern. Sie soll rechtlich und inhaltlich auf eine neue Basis gestellt werden, sagt Geschäftsführer Reckhard Pfeil aus Bad Wildungen. Der TAG gehören nach dem Austritt von Borken weiterhin Bad Wildungen, Bad Zwesten, Fritzlar, Frankenau, Edertal, Vöhl und Lichtenfels an.

Borkener Angebote sollen bekannter werden

Im Sommer ist Borken eines der gefragtesten Ausflugsziele überhaupt. Wer an einem heißen Augusttag auf die Nummernschilder der Autos schaut, die an der Stockelache und am Singliser See stehen, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Halb Kassel geht dort baden.

Jetzt will die Stadt aber in Sachen Tourismus weiter Gas geben. Sie tritt zum Januar 2017 dem Tourismusservice Rotkäppchenland bei. Das Ziel: Borkens Angebote künftig bekannter zu machen, mehr Menschen anzuziehen, die Betriebe besser auszulasten.

Nun ist Borken aber nicht das erste Mitglied, das große Wasserflächen besitzt: Auch der Frielendorfer Silbersee ist ein echter Touristenmagnet. Die Borkener Wasserflächen stellten eine echte Bereicherung fürs Rotkäppchenland dar, sagt Geschäftsführerin Heidrun Englisch.

Und vielleicht tritt mit Neuental ja nun noch eine weitere Gemeinde mit einem attraktivem See hinzu. Neuental gehört zurzeit keiner touristischen Arbeitsgemeinschaft an - aus Kostengründen sei die Rettungsschirm-Kommune aus dem Erlebnisland Edersee ausgeschieden. Doch jetzt gebe es mit der Alten Molkerei in Schlierbach, dem Landcafé in Gilsa und modernen Ferienwohnungen neue Angebote, die sich in einer touristischen Arbeitsgemeinschaft besser vermarkten ließen, sagt Bürgermeister Kai Knöpper. Das Rotkäppchenland sei für Neuental attraktiver, weil dort die ländlichen Bereiche mehr berücksichtigt würden. „Der Beitritt wäre eine sinnvolle Investition“, sagt Knöpper.

Die Nachbargemeinde Bad Zwesten setzt weiter auf die Erlebnisregion: „Der Edersee ist der Begriff, der am meisten von Touristen in unserer Region gegoogelt wird,“ sagt Bürgermeister Michael Köhler. Deshalb könne Zwesten auch gut mit der Lage am Rande der TAG leben. Auch wenn die sich 2017 neu aufstellen wolle: „Nach der Findungsphase setzen wir uns mit den Fakten auseinander“, sagt Köhler.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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