Fortbildung für die Leitungsebene

Borken: Grundschulen und Kindergärten wollen Übergang in Schule erleichtern

Auf eine enge Zusammenarbeit: von links Jörg Fuchs (Schule am Tor), Ivonne Bär (Kita Nassenerfurth) , Gabriele Michel (Kindertagesstätte Krausgasse) und Ruth Faupel (Kindertagesstätte Metzen Tannen). Foto: Dellit

Borken. Wenn ein Kind neu in die Borkener Grundschule kommt, ist es eigentlich gar nicht neu, sondern ein alter Bekannter. Das ist, einfach gesagt, das Ziel einer engeren Zusammenarbeit in Borken.

Tandem heißt das Zauberwort, unter dem die Grundschulen und die Kindertagesstätten der Stadt- und der Stadtteile gemeinsam vorgehen. Dazu gab es jetzt eine Fortbildung für die Leitungsebene der Einrichtungen.

Schon jetzt gebe es eine gute Kooperation, sagte Jörg Fuchs, Schulleiter der Grundschule am Tor, doch nun schaffe man feste Strukturen, um den Übergang vom Kindergarten in die Schule zu erleichtern.

Zentrales Element ist ein Kooperationskalender, in dem eine Reihe von Terminen festgelegt werden. Er deckt eineinhalb Jahre rund um den Zeitpunkt ab, an dem das Kind in die Schule wechselt.

Elternabende im Kindergarten, bei dem auch Schulleiter Fuchs dabei ist, gehören dazu. Es sei ganz wichtig, dass die Eltern ausreichend informiert seien, sagt Fuchs. Die Kindergartenkinder absolvieren im Vorfeld drei Projekttage in der Schule und besuchen dabei mauch den regulären Unterricht.

Besonders wichtig ist für Eltern die Frage, ob ihr Kind schulfähig ist. Diese Entscheidung soll in Borken nicht alleine von der Schule und der Schulärztin gefällt werden, sondern gemeinsam mit den Erzieherinnen.

So gibt es regelmäßige Treffen, bei denen sich Erzieherinnen und Lehrer über die Kinder austauschen. Die Eltern müssen, wenn sie damit einverstanden sind, im Vorfeld unterschreiben, so wird dem Datenschutz Rechnung getragen.

Das ist wie bei einem Puzzle

Durch diese Gespräche könne ein viel genaueres Bild vom jeweiligen Kind entstehen, sind sich die Verantwortlichen sicher. „Man muss sich das vorstellen wie ein Puzzle“, sagt Ruth Faupel, Leiterin der Kindertagesstätte Metzen Tannen.

Mit all den Informationen - immer unter Einbeziehung der Eltern - soll dann beschlossen werden, ob das Kind in die Schule kommt. Eine Alternative ist die Vorklasse in der Grundschule für Kinder, die noch Nachholbedarf haben. Kinder können auch noch länger im Kindergarten bleiben.

Ein Angebot, das ohnehin schon läuft, ist der Vorlaufkurs für Kinder mit ausländischen Wurzeln. Sie bekommen dort eine zusätzliche Deutsch-Sprachförderung, sodass sie auch auf diesem Gebiet fit sind, wenn sie in die Schule kommen.

Auch wenn der Übergang in die Schule gelungen ist, geht die Partnerschaft zwischen Schule und Kindergarten weiter. Ein paar Monate nach Schuljahrsbeginn gibt es noch ein Gespräch. Ivonne Bär (Kindertagesstätte Nassenerfurth) sagt: „Wir freuen uns dann, wenn die Kinder gut angekommen sind.“

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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