Auf Reise mit der Weihnachtspost: Wie die Wolfhager Zusteller Wind, Wetter und bissigen Hunden trotzen

Die Boten von 34466 Wolfhagen

Packt es an: Zustellstützpunktteamleiter Helmut Schmidt.

WOLFHAGEN. Zehn Frauen und Männer stehen Punkt sechs Uhr im Zustellstützpunkt der Deutschen Post AG an der Burgstraße auf der Matte. Ihre Mission: Wolfhagens Bewohner, Behörden und Unternehmen pünktlich mit Post beliefern.

Jeder Mitarbeiter fährt einen Zustellbezirk ab – fällt ein diensthabender Mitarbeiter kurzfristig aus, muss dessen Bereich als zusätzlicher Arbeitsaufwand von seinen Kolleginnen und Kollegen mit übernommen werden.

Im Vorraum des Stützpunktes stehen palettenweise Postsendungen, adressiert an 34466 Wolfhagen. Die sogenannte Infopost, also Werbung, ist schon am Vortag gegen 17 Uhr mit dem Lastkraftwagen eingetroffen. Die Briefpost, in Kassel bereits automatisch vorsortiert, trifft jeden Morgen um 6.30 Uhr ein, Päckchen und Pakete eine Stunde später. Jeder der zehn Zusteller holt sich die für seinen Bezirk bestimmten Briefsendungen und sortiert sie sich an seinem Arbeitsplatz entsprechend seiner Zustellroute. Danach geht es raus in die Kälte: Das Fahrzeug mit Briefen bestücken und mit Paketen beladen. Im Schnitt hieven die Mitarbeiter 35 Pakete in ihr Postauto, aber jetzt in der Vorweihnachtszeit stapelt sich die doppelte Anzahl an Paketen dort. Das gleiche gilt für Briefe und Werbung. Der 61-jährige Teamleiter Helmut Schmidt, seit 35 Jahren Postbeamter, sagt: „Das Mehr an Paketen begründet sich damit, dass auch in Wolfhagen immer mehr Menschen über den Internet-Versandhandel bestellen.“

Ist alles sortiert und verstaut, starten spätestens bis neun Uhr alle Zusteller ihre Tour, die je nach Bezirk zwischen sieben und 38 Kilometer lang ist. Helmut Schmidt ist in der Kernstadt zuständig: Schützeberger- und Dellbrückenstraße, Industriegebiet, Gasterfeld sowie Viesebeck. Neben der Post hat er auch immer ein Leckerchen für Hunde mit in seinen Taschen. Grund: Das in vielen Witzen karikierte Verhältnis zwischen Briefträger und Vierbeinern hat er des öfteren in der Realität erlebt. „Bisher konnte ich immer flüchten, ohne Schaden zu nehmen“, sagt er, „andere Kollegen mussten jedoch schon unangenehme Erfahrungen mit dem Hundegebiss machen.“ Eine Mitarbeiterin fiel gar monatelang aus, weil die Wunde am Schienbein nicht heilte.

Im Gegensatz zu früher, als die Zusteller zu Fuß ihre Runden machten, erleichtern Fahrzeuge den Job. Trotzdem, so Schmidt, heiße es für jeden Zusteller, neben der Anlieferung der Pakete, täglich fast 800 Brief- oder Infosendungen beim Empfänger persönlich abzugeben oder in den Hausbriefkasten zu stecken. Pünktlich und zuverlässig bei Wind und Wetter. (zih)

Quelle: HNA

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