Willingshäuserin Anka Becker starb im Alter von 91 Jahren

Ein Gesicht der Region: Anka Becker ist tot. Jahrelang war die Willingshäuserin als Botschafterin für Tracht und Tradition unterwegs gewesen. Repro:  HNA

Willingshausen - Sie bewahrte Altes und öffnete sich Neuem: Anka Becker, die Schwälmerin, ist tot. Die Willingshäuserin starb am Montag im Alter von 91 Jahren.

Als eines von neun Geschwistern wuchs sie im Malerdorf Willingshausen auf. Die Familie besaß dort einen Malerbetrieb. Jahrzehntelang war Anka Becker, die eigentlich Anna Katharina hieß, als Schwälmerin überregional bekannt, insbesondere durch den Kontakt zur Fernsehfrau Michaele Scherenberg mit den Sendungen „Hessen à la Carte“ und „Unterwegs in Hessen“.

Anka Becker bildete in der Schwalm eine Klammer vom Gestern ins Heute und Morgen. Sie konnte noch von den Begegnungen mit dem Maler Gerhardt von Reutern erzählen, kümmerte sich aber auch um die Willingshäuser Künstlerstipendiaten, um die Bewahrung des historischen Erbes.

Immer wieder stand die Willingshäuserin vor der Kamera, um Schwälmer Brauchtum zu erläutern. „Man nehme, was man hat“, war ihr Wahlspruch beim Kochen gewesen. Ohne eine Spur von Nervosität stand sie mit dem Team vom hr in der kleinen Küche, kochte Quetschesupp, backte Pitzküche - und wenn was nicht klappt, ja, dann schimpfte sie auch mal, schrieb die HNA anlässlich ihres 80. Geburtstages. Mehr als zehn Jahre war Anka Becker als Botschafterin für Schwälmer Trachten und Traditionen unterwegs gewesen. Jahre, die ausgefüllt waren mit Reisen, Dreh- und Presseterminen. Meist begleitete sie das Drehteam der Fernsehsendung Hessen à la Carte. Mit der Regisseurin der Sendung, Michaele Scherenberg, verband die Schwälmerin bis an ihr Lebensende eine enge Freundschaft.

2006 erlitt Anka Becker einen Schlaganfall und lebte bis vergangenen September in der Seniorenresidenz in Ziegenhain. Die letzten dreieinhalb Monate ihres Lebens verbrachte sie allerdings wieder in „ihrem Willingshausen“, erzählt ihre Tochter Ulli-Becker Dippel. Das Motto „aufmüpfig sein und etwas tun“ habe ihre Mutter bis in ihre letzten Tage gelebt.

Anka Becker hinterlässt drei Töchter, sieben Enkel und sieben Urenkel. (syg)

• Beerdigung am Donnerstag, 23. Januar, ab 14 Uhr von der Friedhofskapelle in Willingshausen aus

Quelle: HNA

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