Feuerwehren probten den Ernstfall – neue Bauweise eine besondere Herausforderung

Ein brandheißer Einsatz

Explosives Training: Die Brandschützer während der Übung in Zimmersrode.

Zimmersrode. Richtig heiß ging es jetzt bei der Feuerwehr Zimmersrode zu. Grund dafür war nicht etwa ein Brand, sondern eine Übung.

Trainiert haben die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren Dorheim, Römersberg/Waltersbrück, Singlis/Lendorf und Zimmersrode – und das nicht irgendwo: Ein holzbefeuerter Container war der Einsatzort.

Grund dafür: Die mittlerweile übliche Dämmung an Häusern, die Energie sparen soll, und der hohe Kunststoffanteil in der Inneneinrichtung bieten einem Feuer viel Nahrung. „Aus allen brennbaren Gegenständen entweichen durch die hohen Temperaturen im Brandfall heiße, brennbare Gase. Die dichten Räume enthalten zu wenig Sauerstoff, damit die Gegenstände und Gase verbrennen können“, erklärt Alexander Schrammel von der Feuerwehr Zimmersrode.

Heiße Gase

Öffne die Feuerwehr etwa die Tür zum Brandraum, könnten sich die heißen Gase durch die zugeführte Frischluft entzünden. „Es kann dann zu einer teils heftigen Rauchdurchzündung kommen.“

Um dies zu vermeiden, ist eine umfangreiche Ausbildung in Kombination mit moderner Ausrüstung für die Feuerwehrleute unerlässlich. Denn nur durch Training wird es ihnen möglich, Menschen schnell aus einer solch brenzligen Situation zu retten und das Feuer zu bekämpfen.

„Im Brandübungscontainer kann ein wichtiger Teil dieser Ausbildung absolviert werden“, teilt Schrammel mit. „Durch die Simulation von Rauchdurchzündungen lernen die Teilnehmer, mit den körperlichen und psychischen Belastungen umzugehen und die richtige Taktik zur Abwehr der auftretenden Gefahren anzuwenden.“

So können die Feuerwehrleute beobachten, wie es vom Entstehungs- zum Vollbrand kommt. „Temperaturanstieg, Flammenbild und Rauchentwicklung sind hier die wichtigsten Kenngrößen. Nachdem die Brennkammer im Vollbrand stand, wurden die schwere Tür zum Beobachtungsraum und die Außentüren des Containers geschlossen“, beschreibt Schrammel.

Durch Öffnen der Tür könne Sauerstoff an das fast verloschene Feuer gelangen, die Rauchgase zünden schlagartig durch. Im Bodenbereich steige die Temperatur dann auf 80 bis 90 Grad Celsius, im Deckenbereich würden bis zu 750 Grad erreicht. „Die Druckwelle lässt manchmal sogar die Außentüren des Containers aufschlagen.“

Drei Stunden dauerte die Ausbildung. „Jeder Atemschutzgeräteträger hat vor und zwischen den Übungen mehrere Liter Wasser getrunken und auch wieder verloren“, beschreibt Schrammel. Alle Teilnehmer seien von dem Training durch die Marburger Kollegen sehr beeindruckt gewesen.

Möglich wurde die Übung auch durch die Unterstützung des Sportvereins Zimmersrode, dessen Infrastruktur genutzt werden konnte. (may)

www.feuerwehr-zimmersrode.net

Quelle: HNA

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