Weißenthalsmühle: Brandserie sorgt für Angst

Blick vom Neubau: Die ganze Nacht brannte unbemerkt das Haus mit den Sanitäranlagen und eine Scheune an der Weißenthalsmühle. In der Scheune war auch Hab und Gut untergebracht, das dem Betreiberpaar nach dem letzten Brand geblieben war. Fotos: Zerhau

Niedenstein. „Irgend jemand hat es auf uns abgesehen.“ Volker Günther steht ratlos vor den Überresten des Wasch- und Toilettenhauses und einer Scheune an der Weißenthalsmühle. Der Betreiber des Campingplatzes und des Ausflugslokals hat den dritten Brand in zwei Jahren zu verkraften.

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In der Nacht zu Montag zerstörte ein Feuer die beiden Gebäude. Der Schaden belaufe sich auf 30 000 bis 50 000 Euro schätzt die Polizei. Die Kripo Homberg hat die Ermittlungen begonnen, die Überreste des Hauses sind beschlagnahmt und das Landeskriminalamt ist eingeschaltet.

Kein Geld für Neubau

Das Feuer beschädigte sogar Teile des neu gebauten Ausfluglokals. „Wir machen ständig einen Schritt nach vorne und dann zwei zurück“, sagte Volker Günther mit Tränen in den Augen.

Schutt und Asche: Das Haus mit den Sanitäranlagen und die angrenzende Scheune wurden zerstört. Das Feuer beschädigte sogar Teile des Neubaus im Hintergrund.

„Wir haben keine Ahnung, ob oder wann die Versicherung zahlt“, sagt Günther. Aber ohne Geld wüsste er nicht, wie er das Wasch- und Toilettenhaus aufbauen soll. „Aber der Betrieb muss weitergehen“, sagt er. Sie könnten doch ihre 130 Camper nicht hängen lassen. Außerdem seien sie auf die Einnahmen angewiesen.

„Meine Frau hat Angst, dass wir die nächsten sein könnten. Ich weiß nicht, was wir machen sollen“, sagt Volker Günther. Die Angst gehe jetzt auch schon bei ihren Kunden und Gästen um. „Hoffentlich traut sich im Frühjahr überhaupt noch jemand raus zu uns“, sagt er.

Beide waren am Sonntag noch bis 17 Uhr an der Mühle. „Wir wollten wegen des Hochwassers nach dem Rechten schauen“, sagt Corinna Schulze. Sie sei nur froh, dass die Tiere in dem neuen Gebäude untergebracht seien.

Gäste schliefen derzeit nicht auf dem Campingplatz. Es seien zwar welche da gewesen, aber nur, um nach dem Hochwasser zu sehen. Ohne Sanitäranlagen könnten Campinggäste allerdings nicht mehr oder nur mit starken Einschränkungen auf dem Platz übernachten.

In den Gebäuden lagerte das Ehepaar Reste ihres Hab und Guts, Maschinen, Baumaterialien und Gasflaschen für die Camper. „Wir wissen noch nicht wie, aber den Campingplatz wollen wir im Frühjahr öffnen“, sagt Günther. Eine andere Option hätten sie ohnehin nicht: „Uns kauft doch keiner eine Brandruine ab“, ergänzt er.

Quelle: HNA

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