Campinggefährt stand im Fokus

Brandserie Weißenthalsmühle: Ärger um Wohnwagen

Niedenstein/Kassel. Im Prozess um die Brandserie Weißenthalsmühle erstrecken sich die Anklagepunkte nicht auf Brände allein. Am Freitag stand ein Wohnwagen im Fokus.

Die Staatsanwaltschaft wirft Mühlenbesitzer Volker G. und seiner Lebensgefährtin Corinna S. vor, den Diebstahl eines Campinggefährts im Wert von 20.000 Euro inszeniert zu haben, um ihre Versicherung zu betrügen.

Corinna S. macht im Prozess von ihrem Recht Gebrauch, schlicht zu schweigen. Volker G. bestreitet die Vorwürfe. Der dritte Angeklagte, Jürgen K., hat gestanden, den Wohnwagen weggeschafft und weit unter Wert vertickt zu haben. Er will vom Mühlenbesitzer damit beauftragt worden sein. Der habe den Wagen nicht mehr haben wollen.

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Am Freitag hörte das Gericht den Sohn des Mühlenbesitzers als Zeugen. Er berichtete von seinen Ski-Ferien mit dem Wohnwagen, kurz vor dem Diebstahl im Januar 2009. Sein Vater habe selbst Urlaubspläne damit gehabt, sagt er. Es habe auch Überlegung gegeben, das mobile Feriendomizil den ganzen Winter über in Sölden stehen zu lassen – nutzbar für den Vater und Corinna S. sowie für ihn und seine Geschwister. Der Sohn brachte eine Email mit, in der ihm der Campingplatz in Tirol mitteilt: Kein Dauerplatz frei.

Das Gericht hörte auch einen Bekannten von Jürgen K. Der Mann gab an, er habe mit K. einen Wohnwagen vom Campingplatz Weißenthalsmühle gezogen. Geschirr und Töpfe – von denen der Sohn des Mühlenbesitzers berichtet, die seien im Campingwagen geblieben als er ihn zurückgab – seien ausgeräumt gewesen. Er habe vor der Fahrt nicht nur kontrolliert, ob alle Schränke geschlossen seien, sagte der Mann, sondern auch neugierig hinein geschaut. Dass der Zeuge bei anderen Vorfällen jenes Tages weit weniger neugierig gewesen sein will, wunderte das Gericht.

Aus dem Archiv: Erneut Brand an der Weißenthalsmühle

Erneut Brand an der Weißenthalsmühle bei Kirchberg

Ob er nicht mal ein ungutes Gefühl bei der Sache mit dem Wohnwagen gehabt habe – wo er doch wusste, dass K. schon im Gefängnis saß, will ein Verteidiger wissen. Er habe, sagte der Zeuge, einen Schein in der Hosentasche seines Bekannten für den Kfz-Schein gehalten – und K. habe auch einen Schlüssel für den Wohnwagen gehabt. Den Gedankengang, den der Mann dazu wiedergab, erheiterte sogar den Staatsanwalt: „Der Schlüssel war da“, so der Zeuge. „Also isses nicht gar so grob.“

Von Katja Schmidt

Quelle: HNA

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