Braun Aufzüge kooperiert mit Chinesen und schließt Vertrag über 15 Jahre ab

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Kooperation mit chinesischem Unternehmen Kebao: Vertreter beider Firmen, vorne Tobias Braun (rechts) und Rui Shen bei der Unterzeichnung in der kürzlich in Betrieb genommenen Produktionshalle der Firma Braun Aufzüge.

Zierenberg. Die Firma Braun Aufzüge aus Zierenberg ist in der Region durchaus ein Begriff, in China allerdings weitgehend unbekannt. Dies dürfte sich nun ändern, denn das mittelständische Unternehmen mit 60 Mitarbeitern kooperiert ab sofort mit dem chinesischen Unternehmen Kebao aus der Baubranche.

Beide Seiten unterzeichneten einen Vertrag über 15 Jahre Laufzeit, in dem der nordhessische Experte für Aufzüge dem Unternehmen in Cina sein Technikwissen zur Verfügung stellt. Dafür erhält Braun Aufzüge eine Lizenzierungsgebühr, über deren Höhe beide Seiten Stillschweigen vereinbarten. Mit der Unterzeichnung beginnt eine langfristige Zusammenarbeit bei der Planung, Produktion und Montage von Aufzugsanlagen in den chinesischen Provinzen Changzhi und Hangzhou, etwa zwei Stunden von Peking entfernt. Das chinesische Unternehmen tritt fortan mit dem lizenzierten Markennamen Braun Aufzüge China in den Markt ein und erhofft sich dadurch einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber den vielen Konkurrenten.

Auch bei den angestrebten Umsatzzahlen hielten sich die Beteiligten bedeckt, die Geschäftsführer Jutta und Sohn Tobias Braun sprachen aber von einem „lukrativen Geschäft“. Das Volumen des Vertrages lässt sich aber an gewissen Fakten abmessen: Kebao beschäftigt nach eigenen Angaben 3000 Mitarbeiter, vorwiegend in der Baubranche. Für die Aufzugsanlagen nach deutschem Standard wurde laut Tobias Braun bereits eine große Produktionsstätte gebaut. Ziel sei es, künftig bis zu 15.000 Aufzüge pro Jahr in China zu produzieren - genauso viele Fahrstühle werden jährlich in der gesamten Bundesrepublik gebaut.

Hintergrund sind Pläne der chinesischen Regierung, bis zu 200 Millionen Menschen aus ländlichen Gebieten in Städte umzusiedeln. Dadurch entstehe ein immenser Bedarf, da typische Wohngebäude mindestens über 20 Stockwerke verfügen.

Hintergrund

Maßgeblichen Anteil am Abschluss der Kooperation zwischen der Firma Braun und dem chinesischen Unternehmen Kebao hatte die Ingenieurgemeinschaft Klaus Funke & Friedhelm Sporenberg. Das Planungsbüro mit Sitz in Solingen ist seit vielen Jahren spezialisiert auf die Vermittlung von Geschäftskontakten nach China.

Die Verhandlungen hätten fast eineinhalb Jahre gedauert, sagte Sporenberg. Dies habe auch daran gelegen, dass es aufgrund der unterschiedlichen Kulturen sehr lange dauern würde, bis die Chinesen Vertrauen aufgebaut hätten, sagte der Diplom-Ingenieur weiter zu den „teils schwierigen Verhandlungen“. (uli)

Quelle: HNA

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