Erdbeben legte Produktion in Toshigi lahm

B. Braun: Kollegen in Japan sind wohlauf

B. Braun-Standort nördlich von Tokio: In Toshigi stellt der Krankenhausversorger Kanülen her. Das Foto wurde vor den jüngsten dramatischen Ereignissen in Japan aufgenommen. Foto:  B. Braun/nh

Melsungen/Tochigi. Erleichterung bei der B. Braun Melsungen AG: Beim japanischen Tochterunternehmen des Melsunger Krankenhausversorgers ist offenbar keiner der 450 einheimischen Mitarbeiter bei der Naturkatastrophe zu Schaden gekommen.

„Seit Sonntag wissen wir, dass alle wohlauf sind“, sagte Unternehmenssprecherin Dr. Bernadette Tillmanns-Estorf. Sie hält nach eigenen Angaben seit Tagen regelmäßigen Kontakt mit dem Geschäftsführer von B. Braun Aesculap Japan, Sachihiko Yoneda. Das sei zum Teil nur mit Schwierigkeiten möglich: Am Freitag etwa seien in der japanischen Region sämtliche Telefonleitungen zusammengebrochen gewesen. Per E-Mail habe der Austausch aber geklappt.

Bernadette Tillmanns- Estorf, Sprecherin B. Braun 

Tagelang habe die örtliche Unternehmensleitung „verzweifelt versucht“, alle Kollegen zu erreichen. Die Verwaltung der Tochterfirma sitzt in Tokio, die Fertigung befindet sich 150 Kilometer nördlich in der Stadt Toshigi. Dort werden Kanülen hergestellt.

Die Lage in Toshigi: Durch das Erdbeben seien Maschinen beschädigt worden, die Produktion liege derzeit still, sagte die Konzernsprecherin: „Es wird noch mindestens drei Tage dauern, bis alles wieder läuft“.

B. Braun versuche, die Belieferung der Krankenhäuser aufrecht zu erhalten, wo dies möglich sei. Gesperrte Gebiete könne man derzeit allerdings nicht erreichen.

Die Melsunger Konzernzentrale habe den japanischen Kollegen Unterstützung angeboten – gegebenenfalls auch durch Zulieferung medizintechnischer Produkte von anderen B. Braun-Standorten in die Krisenregion. „Das wird davon abhängen, wie sich die Lage dort entwickelt“, sagte Bernadette Tillmanns-Estorf.

Man wisse inzwischen auch, dass die Wohnhäuser einiger Mitarbeiter durch das Erdbeben Schaden genommen haben. Von Verletzten sei aber nichts bekannt.

Beschäftigte aus Melsungen seien nicht in dem japanischen Unternehmen tätig und daher auch nicht vor Ort, sagte die Unternehmenssprecherin. Ein Manager von B. Braun Aesculap aus Tuttlingen habe mit seiner Familie am Sonntag den Heimflug angetreten.

Die B. Braun Melsungen AG ist seit 1986 auf dem japanischen Markt vertreten. 2009 setzte die Japan-Tochter 104 Millionen Euro um.

Quelle: HNA

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