In vielen kleineren Betrieben fehlen die Interessenvertretungen

Bei B. Braun Konflikt um Betriebsratswahl

Schwalm-Eder. Viele Arbeitnehmer sind in diesen Tagen zur Wahl aufgerufen. Noch bis Ende Mai stimmen sie über die Zusammensetzung der Betriebsräte ab. Im Landkreis gibt es diese Interessenvertretungen nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in etwa 100 Unternehmen.

Im größten – der B. Braun Melsungen AG – droht eine Zerreißprobe. Erstmals kandidieren verschiedene Listen. Der Betriebsratsvorsitzende Peter Hohmann befürchtet eine Spaltung. Seine Kritik richtet er vor allem an den Verband der akademischen Angestellten (VAA), die mit einer 15-köpfigen Liste antreten. Die VAA ihrerseits wolle die Bedingungen für außertariflich Angestellte verbessern. Dies sei in den zurückliegenden Jahren zu kurz gekommen, kritisiert Dr. Martin Wolf von der VAA.

Lesen Sie dazu auch:

- Kommentar zur B. Braun Betriebsratswahl

Anders ist die Situation in den vielen kleinen Unternehmen mit fünf bis 20 Mitarbeitern. Dort gelinge es meist nicht, einen Betriebsrat zu etablieren, sagt Holger Kindler, Gewerkschaftssekretär des DGB Nordhessen. Besonders schwierig sei es im Einzelhandel, der Gastronomie, der Hotellerie sowie im Handwerk, obwohl es gerade in diesen Bereichen aus Sicht des DGB wichtig wäre, auf die Einhaltung der Gesetze und Tarifverträge zu pochen. Das Gesetz verpflichte die Unternehmen zu Betriebsratswahlen. „Wenn die Beschäftigten jedoch kein Interesse an einer Wahl haben und keinen Wahlvorstand bilden, wird es keinen Betriebsrat geben“, erklärte der DGB-Kreisvorsitzende Andreas Fritsch.

Holger Kindler geht davon aus, dass 80 Prozent der Beschäftigten, die im Kreis leben, die Möglichkeit haben, in ihrem Betrieb zu wählen. Dazu gehören beispielsweise auch Mitarbeiter von VW. Die Wahlbeteiligung sei erfahrungsgemäß hoch und liege voraussichtlich bei etwa 70 Prozent.

Von Heinz Rohde und Damai D. Dewert

Quelle: HNA

Kommentare