Festakt bei B. Braun: Ludwig Georg Braun wechselt in den Aufsichtsrat

Melsungen. Mit einem glanzvollen Festakt vor 500 Gästen wurde am Freitag bei der B. Braun Melsungen AG das unternehmerische Lebenswerk von Ludwig Georg Braun gewürdigt.

Der 67-Jährige gibt zum 1. April die Konzernführung an Dr. Heinz-Walter Große ab, wird aber als Aufsichtsratschef weiterhin die Geschicke des Medizintechnik- und Pharmaherstellers mit steuern. Das wurde am Abend zuvor bei einer Sitzung des Kontrollgremiums verkündet.

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„Unsere Gesellschaft braucht von Ludwig Georg Braun noch etwas mehr“, sagte als Festredner der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber. Er stellte das Menschenbild und die „wertegebundene Unternehmensführung“, die Braun in 34 Jahren an der Konzernspitze vorgelebt habe, als bundesweit vorbildhaft heraus. Bischof Huber rief Braun auf, sich in seinem neuen Lebensabschnittt weiterhin gesellschaftlich prägend einzumischen: „Behalten Sie Ihre Einsichten nicht für sich.“

Bei der Feier in einer eigens errichteten Zeltbauhalle auf dem Werksgelände Pfieffewiesen gab sich landes- und bundesweite Prominenz aus Wirtschaft, Politik und Verbänden ein Stelldichein. Dabei würdigten auch die weiteren Redner Ludwig Georg Braun als Ausnahme-Unternehmerpersönlichkeit.

Festakt für Ludwig Georg Braun

Von einem „beeindruckenden Lebenswerk“ Brauns sprach Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Im Namen des Landes bekundete Bouffier Respekt dafür, wie Braun über seine Konzernführungsaufgaben hinaus auf vielen öffentlichen und politischen Feldern „Entscheidendes gestaltet“ habe.

In Anlehnung an das modische Wort vom Wutbürger münzte der Ministerpräsident den Begriff „Mutbürger“ auf Ludwig Georg Braun. Der Melsunger Wirtschaftslenker habe „nicht nur die Bereitschaft zum Zuhören, sondern zu echter Partnerschaft

Nach den Worten von Karl-Hans Caprano, Chef des Arbeitgeberverbandes Chemie in Hessen, verkörpert Brauns Laufbahn nicht nur in zeitlicher Deckungsgleichheit das Entstehen der Sozialpartnerschaft in der Branche. Er habe deren Inhalte zugleich vorbildlich in seinem Unternehmen verwirklicht.

Bundesvorsitzender Michael Vassiliadis von der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie bezeichnete den nordhessischen Unternehmer als streitbaren Geist, dem es stets um den konstruktiven Dialog gegangen sei. Der Streit sei „niemals Kampf, sondern immer die Suche nach den besten Lösungen“ gewesen. (asz)

Quelle: HNA

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