B. Braun Melsungen AG investiert 7,2 Mio. Euro in Fabrik-Neubau

Enger Zeitplan für den Neubau: Oliver Eichhorn, PNS-Geschäftsführer, und Projektleiter Jens Kann vor dem Rohbau am Schwarzenberger Weg. Foto: Dewert

Melsungen. Die B. Braun Melsungen AG investiert 7,2 Millionen Euro in den Neubau einer modular erweiterbarenHalle für die Braun-Tochter Professional Nutrition Services (PNS).

Bisher fertigt PNS Ernährungslösungen für Dialyse-Patienten an der Nürnberger Straße. „Der Neubau wird notwendig, um den Erfordernissen nach Technik und Qualität gerecht zu werden“, sagt Oliver Eichhorn, PNS-Geschäftsführer. Außerdem laufe der Mietvertrag des genutzten Gebäudes zum 30. Juni 2016 aus.

Aufwändige Zulassung 

Ein sportlicher Zeitplan, sagt Projektleiter Jens Kann. Intern seien mehrere Standorte geprüft worden, der Neubau auf dem Gelände der früheren Ausbildungswerkstatt sei ideal. Denn das Besondere an der Halle sei ihre Erweiterbarkeit. „Blaupausenprojekt“ nennt Kann die Produktionsstätte, die so auch in anderen Ländern gebaut werden könne. Die Ernährungslösungen werden in Reinräumen produziert, daher gelten höchste Ansprüche an den Neubau. Für die Herstell-Erlaubnis ist ein aufwändiges Qualifizierungsverfahren beim Regierungspräsidium Darmstadt notwendig. Verzögerungen mit dem Produktionsbeginn dürfe es dennoch nicht geben, sagt Eichhorn. Die Patienten seien angewiesen auf ihre Lösungen.

400 000 Beutel produziert PNS jährlich. 95 Prozent seien für dialytische Patienten, fünf Prozent für Krebspatienten. Das besondere an den Ernährungslösungen ist, dass sie individuell für jeden Patienten von Hand gefertigt werden. Vier solcher Werkbänke wird es am neuen Standort geben. Die Angestellten arbeiten dabei in der höchsten Reinraumklasse. Sowohl der Angestellten-Zugang (Einschleusung) als auch die Materialanlieferung erfolgen dabei streng linear von links nach rechts. Weder Material noch Menschen kreuzen dabei ihre Wege. Damit wird eine wichtige gesetzliche Vorgabe erfüllt. Denn die Lösungen werden nach der Herstellung nicht keimtötend behandelt, dies geschieht mit den Zutaten vorab. Jede Verunreinigung, die in einer Lösung landen würde, bliebe dort auch. Daher seien diese allerhöchsten Anforderungen an die Arbeitsplätze notwendig, sagt Eichhorn.

Für Apotheken - auch an Krankenhäusern - rechneten sich solche Produktionsbedingungen nicht mehr. Der Trend gehe dahin, die Herstellung an industrielle Partner wie B. Braun auszugliedern, sagt Eichhorn. Mittelfristig rechne er mit einem Wachstum von bis zu fünf Prozent. Derzeit arbeiten 16 Angestellte bei PNS - in der Mehrzahl Chemisch- und Pharmazeutisch-Technische-Angestellte und zwei Apotheker. Am neuen Standort würde die Belegschaft marginal erhöht. Später sei eine Erweiterung um bis zu vier Werkbänke vorstellbar.

Quelle: HNA

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