Broschüren über Demütigung in Heimen

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Archivarbeit: 1000 Akten hat die Universität Kassel bislang bei ihrem Forschungsprojekt zur Heimerziehung aufgarbeitet. Unser Bild zeigt Prof. Dr. Christina Vanja vom LWV.

Guxhagen. In der Klosterkirche Breitenau liegen zurzeit etliche neue Broschüren aus. Zu den Adressaten gehört das internationale Publikum, das sich in diesen Tagen den documenta-Beitrag von Judith Hopf im einstigen Mädchenerziehungsheim Breitenau anschaut.

Zwei Hefte informieren - in einer Zweitversion jeweils auch auf Englisch - über das Mädchenheim Fuldatal und eine auf zwölf Monate angelegte Studie über Heimerziehung zwischen 1949 und 1973.

Hintergrund: Anfang der 1950er-Jahre hatte der Landeswohlfahrtsverband (LWV) neun hessische Kinder- und Jugendheime übernommen. Drei von ihnen lagen in Nordhessen: in Homberg, Wabern und Guxhagen. Nun sind Wissenschaftler der Universität Kassel dabei, Licht ins Dunkel der Jahre 1949 bis 1973 zu bringen: „In dieser Zeit sind Kinder und Jugendliche in Heimen physisch und psychisch gedemütigt worden“, heißt es in einer Pressemittelung von Universität und LWV. Die Kosten für das auf ein Jahr angelegte Projekt übernimmt der LWV mit 190.000 Euro.

Die Ergebnisse werde man im November präsentieren, kündigte LWV-Sprecherin Elke Bockhorst an. Darüber hinaus werde es eine Wanderausstellung zum Thema geben, die in Zusammenarbeit mit der Kasseler Kunsthochschule erarbeitet werde. (lgr)

Mehr in der gedruckten Ausgabe.

Quelle: HNA

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