Ulrike Hund ist eine Kandidatin für die Wahl zum Melsunger Bürgermeister

Sie brennt für ihre Stadt

Ein gutes Team: Ulrike und Andreas Hund sind seit fast 30 Jahren verheiratet. Klassische Rollenmuster pflegen sie nicht. Foto: Dewert

Ulrike Hund brennt. Brennt für Melsungen. Sie habe natürlich überlegen müssen, ob sie wirklich für das Amt des Bürgermeisters in Melsungen kandidiert, aber jetzt sei sie von der Idee begeistert. „Ich habe so viele Ideen, so viele Vorschläge.“

Die Begeisterung der 52-jährigen Apothekerin ist spürbar. Im Gespräch blitzt der Schalk in ihren Augen. Wenn sie über ihre Heimatstadt spricht, ist sie in ihrem Element. Ihr Mann Andreas sitzt lächelnd neben ihr. „Es ist schön, dass zu betrachten“, sagt er. Von außen. Er könne sich mit der Rolle des Mannes im Hintergrund gut anfreunden, sagt der promovierte Pharmazeut und langjährige Braun-Betriebsleiter und lacht erneut.

Überhaupt wirken beide verspielt. Andreas Hund berichtet mit Leidenschaft vom täglichen Ritual, um 6 in der Früh einen frischen Obstsalat zu schnippeln. „Wir sind beide Apotheker“, erklärt er, „wir achten schon auf eine gesunde Ernährung.“ Fast entschuldigend klingt das. Beide sind Nichtraucher, die drei Kinder (23, 27, 29) auch.

Nicht nur, weil diese aus dem Haus sind, habe sie Zeit und Energie für neue Herausforderungen. „Ich mache das auch für meine Heimatstadt“, sagt sie.

Sie habe zwar noch nicht in der ersten Reihe gestanden, aber sie traue es sich zu. Auf zwölf Jahre kommunalpolitische Erfahrung schaue sie schließlich zurück.

Sie ist die Tochter von Altbürgermeister Dr. Ehrhart Appell, aber das verschweigt sie lieber. „Mir ist klar, dass das in der öffentlichen Wahrnehmung eine Rolle spielt, aber ich möchte das raushalten.“

Sie bespreche daher vieles absichtlich nicht mit ihrem Vater, der bis 1998 im Amt war. Auch ihre Kandidatur habe sie nicht mit ihm abgestimmt.

Sie verstehe sich auch überhaupt nicht als Parteisoldat. „Ich habe eine Meinung. Zu vielen Dingen und dezidiert. Aber stromlinienförmig bin ich nicht.“ Man glaubt es ihr. Von 2001 bis 2005 saß sie als Parteilose für die SPD-Fraktion im Parlament.

Im Fokus ihrer politischen Arbeit sieht sie die Entwicklung der Stadt zur lebenswerten Heimat für junge Menschen. „Wir haben eine tolle Infrastruktur für junge Menschen.“ Dort müsse man ansetzen: In Kassel werben – zum Beispiel auch an der Universität. „Wir schaffen derzeit attraktiven Wohnraum, jetzt müssen wir weitere ergänzende Angebote entwickeln.“ Kostenlose NVV-Tickets mit Unterstützung des Einzelhandels und das Programm „Jung kauft Alt“ ausbauen, seien da nur zwei Vorschläge.

In den vergangenen Tagen habe sie ihr Wahlprogramm zusammengestellt. „Ich möchte die Menschen überzeugen und mitnehmen“, sagt sie und kündigt an, in den kommenden Wochen in Melsungen und den Stadtteilen für ihre Vorschläge zu werben.

Eine kurze Auszeit hat sich das Paar, das seit 1983 verheiratet ist, verordnet. Vor der Wahl soll noch mal ausgespannt werden. Die Hunds sind mit dem Rucksack in Asien und im Liegestuhl auf einem Kreuzfahrtschiff anzutreffen. Wohin ihr Kurztrip führt, wussten die beiden am Freitag aber noch nicht.

Quelle: HNA

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