Er brennt für seinen Beruf

Ein kreatives Paar: Claudia und Martin Burberg laden fürs Wochenende zum Tag der Töpferei in ihre Werkstatt in Hundshausen ein.

Jesberg. Die einen zackern ewig lange mit der Berufswahl rum, die anderen wissen quasi schon bei der Konfirmation, was sie werden wollen. Martin Burberg gehört zu letzteren. Für ihn stand schon mit 16 fest, dass er Töpfer werden will - Töpfer und nichts anderes.

Das ist genau 40 Jahre her. Wie viele Tassen, Teller und Kannen er seit dem Ende seiner Lehre gefertigt hat, weiß er nicht. Aber er weiß, dass er die richtige Wahl getroffen hat: „Reich kann man mit diesem Beruf nicht werden, aber immerhin glücklich,“ sagt der 56-Jährige.

Als junger Mann musste der gebürtige Mettmanner lange eine Ausbildungsstelle suchen, bis er endlich eine in Kassel-Simmershausen fand: „Das war schwierig: Damals wollte beinahe jeder Zweite Töpfer werden.“ Diese Zeiten haben sich geändert: Heute ist Burberg einer der Wenigen, die das alte Handwerk hauptamtlich betreiben - und die auch davon leben können. Vielleicht liegt das an dem ganz eigenen Stil, den der 56-Jährige entwickelt hat - und der bei vielen Kunden gut ankommt.

Das Geschirr aus der Burbergschen Werkstatt ist nicht nur schön anzuschauen, es ist auch noch alltagstauglich: Man kann es ohne Bedenken in die Spülmaschine, die Mikrowelle und auch in den Backofen packen.

Burberg fertigt die Geschirre mit viel Ruhe und noch mehr Routine. Doch sein Herz hängt vor allem an den Niedrigbrandtechniken. Dabei fertigt er Gefäße nach Originalen, die bei Ausgrabungen gefunden wurden, also Keramik aus der Vor- und Frühgeschichte.

Die Temperatur im Ofen steigt beim Brennen nicht über 1000 Grad, der Ton bleibt porös, die Produkte sind damit nicht spülmaschinenfest - doch das spielt für diese Art des Töpfern keine Rolle. Burberg geht es um diese „Urkeramik“, die er jahrtausendalten Funden nachempfindet - und für die es, genau wie die anderen praktischen Dinge, natürlich auch Liebhaber und damit Käufer gibt.

Martin Burberg brennt im Wortsinne für sein Handwerk: Er kann sich kein anderes Leben als das in der Werkstatt und am Brennofen vorstellen: Auch wenn es kein Beruf ist, bei dem man entspannt mit 65 in Rente gehen kann.

„Ich werde wohl töpfern bis zum Ende,“ sagt er und lacht. Unglücklich klingt er dabei allerdings nicht. Kein Wunder: Er hat nie etwas anderes machen wollen.

Die Töpferei Burberg lädt für Samstag, 12. März, und Sonntag, 13. März, von je 10 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Die Besucher können in der Werkstatt viel übers alte Handwerk lernen. (Hundshausen, Am Graben 2, Tel. 06695/488).

Auch in Wabern und Willingshausen beteiligen sich zwei Betriebe am Tag der offenen Töpferei: Beate Kollmar, Wilhelm-Dilich-Str. 11 in Wabern (Tel. 05683/8832) und der Erbehof Keramik in der Untergasse 12 in Willingshausen (Tel. 06697/386) sind dabei. (bra)

www.tag-der-offenen-

toepferei.de

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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