Nachfrage nach Zusatzmarken ist groß

Briefportoerhöhung: Ansturm auf kleine Dreier

Martin Kleinschmidt von der Postfiliale Wolfhagen zeigt einen Block mit Drei-Cent-Marken. Viele Sammler finden die neue Drei-Cent-Marke extrem hässlich. Fotos:  Spanel

Wolfhagen. Wer dieser Tage einen Brief verschicken möchte, kommt um eine graue Drei auf weißem Grund nicht herum. Mit dem Beginn des neuen Jahres hat die Deutsche Post das Porto bei Standardbriefen von 55 Cent auf 58 Cent erhöht.

Wer noch alte Marken zu Hause liegen hat, muss nun improvisieren. Für diesen Fall hat die Post eine Drei-Cent-Marke drucken lassen. „Unsere Kunden sind sehr gut über die Neuregelung informiert“, weiß Martin Kleinschmidt von der Postfiliale Wolfhagen. Der Absatz sei enorm, und Gemurre oder Geschimpfe über die Dreier-Zusatzmarke gebe es kaum.

Vermutlich werde es aber noch einige Wochen dauern, bis sich alle Kunden auf die neue Situation eingestellt haben, vermutet Kleinschmidt. Bis dahin beantworten wir die wichtigsten Fragen:

Ich habe noch 55-Cent-Marken zuhause. Kann ich die noch verwenden?

Ja, völlig problemlos. In Postfilialen kann man die neuen Drei-Cent-Ergänzungsmarken kaufen, um das Porto auf 58 Cent aufzustocken. Am Automaten (z.B. in Kassel) muss man als Wunschwert „drei Cent“ angeben, um die benötigte Marke zu bekommen.

Ich habe aus alter Gewohnheit nur eine alte Briefmarke auf den Brief geklebt und ihn dann eingeworfen. Wird er trotzdem zugestellt?

Die Drei-Cent-Ergänzungsmarke.

Seit Beginn des Jahres sind mit 55- Cent-Marken versehene Briefe unterfrankiert. „Eine Karenzzeit, in der sie noch ausgetragen werden, gibt es nicht“, betont Post-Pressesprecher Jens-Uwe Hogardt. Schließlich sei die Porto-Erhöhung früh genug angekündigt worden. Wenn das falsche Porto im Briefzentrum entdeckt wird, geht der Brief zurück an den Absender. Falls der Fehler erst bei der Zustellung auffällt, muss der Empfänger nachzahlen – und zwar die fehlenden drei Cent sowie eine Gebühr von 51 Cent. Insgesamt zahlt der Empfänger dann 54 Cent.

Man sollte sich also nicht um den neuen Preis herumdrücken.

Ich habe im Dezember einen Vorrat an 3-Cent-Marken gekauft und nicht alle verbraucht. Was nun?

55-Cent-Marken werden von den Postfilialen nicht mehr verkauft.

Wenn die Marken nicht für das reguläre Porto ausreichen, kann man es in einer Postfiliale aufstocken lassen oder am Automaten eine Wunschwert-Marke mit dem Fehlbetrag ziehen.

Was wird aus den alten 55-Cent-Marken, die die Postfilialen nicht rechtzeitig verkauft haben?

Für sie wird es eine Rückholaktion geben, sagt Post-Pressesprecher Jens-Uwe Hogardt. „Dann werden sie sachgemäß vernichtet.“ Schließlich sind die Briefmarken keine Aufkleber, sondern Wertzeichen, ähnlich wie Geld. (fst)

Von Emily Spanel und Thomas Thiele

Quelle: HNA

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