Der Schulweg ist für Vanessa und Jasmin Jauer manchmal lebensgefährlich

Bus bringt sie nicht heim

Gefährlicher Heimweg: Manchmal werden Jasmin und Vanessa Jauer nahe der Bundesstraße bei Bad Zwesten von Busfahrern rausgelassen. Dann müssen sie bis nach Betzigerode laufen. Foto: Yüce

Betzigerode. Nicole Jauer ist sauer. Zwei Jahre hat sie immer wieder versucht, sich für die Sicherheit ihrer Töchter stark zu machen. Denn der Weg von der Schule nach Hause ist für Jasmin und Vanessa Jauer an manchen Tagen lebensgefährlich.

Immer, wenn für die Zwölfjährigen die Busfahrt statt in ihrem Wohnort Betzigerode kurz vor Bad Zwesten – an der Bundesstraße – endet. Aus Zeitgründen oder weil sie nicht bis in den einen Kilometer entfernten Ort fahren müssten, laute die Begründung der Fahrer.

Am Mittwoch war wieder so ein Tag. „Meine Töchter wurden an der Straße rausgeschmissen“, schimpft die Mutter. Dann begann für die Mädchen der zweite, gefährliche Teil ihres Heimwegs. „Ein Kilometer ist keine lange Strecke, aber sie müssen entlang der Landsstraße gehen. Die ist vielbefahren, die Autos fahren schnell, und es gibt keinen Gehweg. Das ist extrem gefährlich“, sagt sie Mutter.

Das sieht auch Heinz Meier so, der Schulleiter der Gustav-Heinemann-Schule in Borken. „Das Verhalten einiger Busfahrer ärgert mich wahnsinnig. Die Schüler müssen bis nach Betzigerode gefahren werden, das ist vertraglich so geregelt“, sagt er. Es sei extrem gefährlich für die Kinder, diese Strecke entlang der Landstraße zu gehen. Acht Mal ist es den Zwillingen in den vergangenen zwei Jahren so ergangen. Schon das erste Mal sei zu viel gewesen, betont Schulleiter Meier.

Enttäuschte Kinder

Enttäuscht von dem Verhalten der Busfahrer sind die Schwestern. „Wir sagen den Fahrern immer, dass wir nach Betzigerode müssen“, betont Vanessa und Jasmin sagt, dass sie zusätzlich den Haltesignal-Knopf drücke. „Oft hilft das, doch manchmal auch nicht. Blöd ist auch, dass manche Autofahrer noch extra Gas geben, wenn sie an uns vorbeifahren. Das macht uns etwas Angst“, sagt Vanessa.

Bei der RKH, den Busunternehmen und Fahrern hat sie sich beschwert, sagt Nicole Jauer. Doch das habe nichts gebracht. Sie habe lange gezögert, mit dem Problem an die Öffentlichkeit zu gehen, „weil ich Sorge hatte, dass meine Kinder dann unfreundlich behandelt werden“, sagt Nicole Jauer. Doch jetzt müsse gehandelt werden. Deshalb hat sie auch die Polizei eingeschaltet. „Nicht auszudenken, was in der dunklen Jahreszeit alles passieren kann.“

Mittlerweile haben die Schwestern ein Handy, um im Notfall ihre Mutter anzurufen. Die holt sie dann mit dem Auto ab. Doch nicht immer stehe ein Wagen zur Verfügung. Anfangs hatten die Mädchen kein Telefon. „Dann haben sie bei fremden Menschen geklingelt und darum gebeten, anrufen zu dürfen“, erklärt Nicole Jauer. Doch das könne auch nicht die Lösung sein. „Die Busfahrer müssen die Schüler bis nach Betzigerode und auch nach Wenzigerode bringen.“

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Kommentare