Gemeindevertreter genehmigten höheren Anteil für Neubau

Brücke darf mehr kosten

Morschen/Binsförth. Der Bau einer neuen Fuldabrücke zwischen Binsförth und der B 83 wird nicht am Kostenanteil der Gemeinde Morschen scheitern. Einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung, dass die Gemeinde statt eines eingeplanten Anteils von 40 000 nunmehr 101 000 Euro für das Vorhaben ausgeben darf.

Damit rückte die SPD-Mehrheitsfraktion von ihrer bisherigen Linie ab, angesichts der knappen Finanzlage auf einer Kostendeckelung zu bestehen. Vor einem Publikum von etwa 30 Binsförthern, die die Sitzung der 19 Gemeindevertreter verfolgten, beteuerten die Sozialdemokraten Günter Görke und Volker Bergmann: Die SPD sei stets für einen Brückenneubau gewesen; es sei ihr lediglich um die Kosten gegangen.

Zuvor hatte es Görke allerdings als „unkritisch“ bezeichnet, wenn man von Binsförth zur B 83 einen Umweg über Neumorschen beziehungsweise Beiseförth in Kauf nehmen müsse. Die alte Brücke war wegen Baufälligkeit im Sommer 2009 gesprengt worden.

Görke betonte, die Gemeinde könne sich auf keinen Fall eine Kostensteigerung leisten, „bei der uns hinterher die Augen tränen“. Wenn es für Morschen schon vor dem ersten Spatenstich 150 Prozent teurer werde als vorgesehen, müsse man dieses Risiko auf jeden Fall ins Auge fassen. Bedingung für das Ja der SPD sei es, dass der Gemeindevorstand über alle folgenden Ausschreibungs- und Planungsschritte zeitnah im Bauausschuss Bericht erstatte.

Parlament will alles wissen

Auch Heinz-Dieter Kaiser von der CDU wollte gewährleistet wissen, dass das Parlament einbezogen bleibt, sobald sich die Baukosten konkretisiert haben. Nach dem einhelligen Finanzierungs-Bekenntnis in Sachen Brücke müsse nun „ganz bewusst an anderer Stelle“ gespart werden, forderte Kaiser.

Für die FDP begrüßte Arne Beneke den Konsens. Ohne neue Brücke, so meinte er, würde die Gemeinde womöglich bald an anderen Stellen investieren müssen, um Raum für die immer größer werdenden Landmaschinen zu schaffen.

Auch Bürgermeister Herbert Wohlgemuth hatte zuvor – unter dem Beifall der Binsförther – auf die überörtliche Verkehrsbedeutung einer neuen Brücke hingewiesen.

Nach seinen Angaben haben die Dorfbewohner vor kurzem eine Liste mit über 300 Unterschriften für ihr Anliegen an die Gemeinde übermittelt und inzwischen etwa 2600 Euro als eigenen, ideellen Spendenanteil für das Bauprojekt zusammengetragen.

Laut Wohlgemuth liegen inzwischen alle erforderlichen Unterlagen vor, um den Neubau der Wirtschaftsbrücke in Kürze ausschreiben zu können. Dabei hoffe die Verwaltung, noch Kostenvorteile erzielen zu können, da derzeit die Auftragsbücher noch nicht so voll seien. (asz)

Quelle: HNA

Kommentare